Flânerie. Redesigning Research in Digitalized Urban Spaces
摘要
Flânerie hat nie aufgehört, en vogue zu sein – oft scheint diese Praxis jedoch selbst heute noch eng mit der Figur des Flâneurs am Anfang des 20. Jahrhunderts verknüpft zu sein. In dem Beitrag wird untersucht, wie die Flânerie im heutigen Stadtraum angewendet werden kann. Dafür setzt sich die Autorin zunächst kritisch mit der Figur des Flâneurs und dem Verständnis von Stadt im Passagen-Werk von Walter Benjamin auseinander und arbeitet die darin bestehenden drei Wahrnehmungsebenen Materialität, Rausch/Traum und Geschichte heraus. Flânieren wird in diesem Zusammenhang nicht mehr als reines Gehen, sondern als ein Prozess verstanden, der Beobachten, Sich-Verlieren, das Speichern flüchtiger (Sinnes-)Eindrücke in der Stadt, deren Verarbeitung, Reflexion und Darstellung von – wenn vielleicht auch nur fragmenthaften – Ergebnissen beinhaltet. Anschließend werden queere, feministische und postkoloniale Entwürfe der Flâneuse* im aktuellen Stadtraum analysiert, welche die Figur des Flâneurs dekonstruieren. Darauf aufbauend verwendet Mitrović das Konzept des „third space“ von Homi K. Bhabha, um den heutigen Stadtraum als einen hybriden Raum zwischen analogen und digitalen Realitäten zu verstehen. Anhand dieser Verknüpfung von Theorie und Empirie entwirft Mitrović den Third Space Walk. Im Rahmen von Seminaren an der Universität der Künste Berlin und Workshops in Berlin und Mexiko-Stadt entwickelte sie diesen weiter, um anschließend über einen Open Call und in der gemeinsamen Kuration mit Valentina Sarmiento Cruz und Anna-Lena Panter die Ausstellung Third Space Walk (thirdspacewalk.mirjana-mitrovic.de) zu realisieren, welche Arbeiten von Frauen* aus Berlin und Mexiko-Stadt zeigt.