Der Beitrag behandelt Erinnerungsräume der jüdischen Diaspora in der Karibik am Beispiel der Dominikanischen Republik. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren die karibischen Inseln einer der wenigen Zufluchtsorte für Jüdinnen:Juden, die vor dem Nazi-Regime flohen. Für viele sollte die Karibik nur ein kurzer Zwischenstopp sein, doch die jüdischen Vertriebenen begannen ein neues Leben und gründeten autarke Gemeinschaften, deren Jüdischsein mit der Geschichte und den Erinnerungen der Inseln verwoben war. Die Autorin bringt in ihrem Beitrag die verwobenen Bilder, Diskurse und Praktiken miteinander ins Gespräch und zeigt auf, wie sie für eine archipelische Erzählung der Karibik konstitutiv sind, die auch über die Inseln hinausgeht und sich in den kontinentalen Raum verlagert. Unter dialogischer Bezugnahme auf die Konzepte des „archipelagic memory“ (Rajkomar et al. 2022) https://archipelagicmemory.wordpress.com/ und des „postmemory“ (Hirsch 2012) erarbeitet sie einen Ansatz, bei dem die Vergangenheit archipelisch erinnert wird, als eine Reihe von fragmentarischen Räumen, Kulturen und Geschichten, die in einem fließenden Raum zusammenlaufen. Ausgehend von den Erfahrungen der Nachkommen der zweiten bis vierten Generation zeigt die Autorin auf, wie eine karibische Erzählung definiert und erinnert wird und welche Rolle der inhärente „Inseleffekt“ in diesem Prozess spielt.

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Archipelisches Erinnern. Insulare Postmemories

  • Sarah Nimführ

摘要

Der Beitrag behandelt Erinnerungsräume der jüdischen Diaspora in der Karibik am Beispiel der Dominikanischen Republik. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren die karibischen Inseln einer der wenigen Zufluchtsorte für Jüdinnen:Juden, die vor dem Nazi-Regime flohen. Für viele sollte die Karibik nur ein kurzer Zwischenstopp sein, doch die jüdischen Vertriebenen begannen ein neues Leben und gründeten autarke Gemeinschaften, deren Jüdischsein mit der Geschichte und den Erinnerungen der Inseln verwoben war. Die Autorin bringt in ihrem Beitrag die verwobenen Bilder, Diskurse und Praktiken miteinander ins Gespräch und zeigt auf, wie sie für eine archipelische Erzählung der Karibik konstitutiv sind, die auch über die Inseln hinausgeht und sich in den kontinentalen Raum verlagert. Unter dialogischer Bezugnahme auf die Konzepte des „archipelagic memory“ (Rajkomar et al. 2022) https://archipelagicmemory.wordpress.com/ und des „postmemory“ (Hirsch 2012) erarbeitet sie einen Ansatz, bei dem die Vergangenheit archipelisch erinnert wird, als eine Reihe von fragmentarischen Räumen, Kulturen und Geschichten, die in einem fließenden Raum zusammenlaufen. Ausgehend von den Erfahrungen der Nachkommen der zweiten bis vierten Generation zeigt die Autorin auf, wie eine karibische Erzählung definiert und erinnert wird und welche Rolle der inhärente „Inseleffekt“ in diesem Prozess spielt.