Etwa 20–50 % der Patientinnen und Patienten mit akuter tiefer Beinvenenthrombose entwickeln in den ersten 5 Jahren postthrombotische Komplikationen, die durch Schwellung, Schmerzen und eingeschränkter Lebensqualität zu Frühberentungen führen können. Eine frühzeitig eingeleitete Therapie mit Antikoagulanzien fördert die Rekanalisation thrombosierter Venen in der Frühphase und verhindert Rezidivthrombosen im Verlauf. Der Nutzen der Kompressionstherapie wird immer wieder diskutiert. Ziel des Reviews ist, Nachhaltigkeit und Effektivität zum Einsatz von Kompressionsmaßnahmen in Prävention des Postthrombotischen Syndroms darzustellen. Die Literaturrecherche ergibt 4375 Treffer, 130 Studien und Fachartikel werden eingeschlossen. Zwei randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zeigen eine klare Empfehlung für Kompressionsmaßnahmen und Mobilisation in der Akutphase einer tiefen Beinvenenthrombose. zwei RCTs bewerten die präventive Wirkung von Kompressionsstrümpfen und zeigen, dass sich die Rate postthrombotischer Komplikationen um etwa 50 % reduzieren lässt (p < 0,001; p < 0,001 und HR 0,49 (95 %-KI, 0,29–0,84; p = 0,011)). Zwei RCTs können beim Vergleich von Kompressions- versus Placebostrümpfen keine signifikante Besserung postthrombotischer Beschwerden nachweisen (HR 1,13, 95 %-KI 0,73–1,76; p = 0,58), beide Publikationen sind kritisch zu hinterfragen. Ein RCT stellt dar, dass die Höhe der Kompressionsstrümpfe keine signifikanten postthrombotischen Auswirkungen zeigen (p = 0,017) und zwei RCTs belegen, dass eine individualisierte Therapie mit Kompressionsstrümpfen der Standardtherapiedauer von 24 Monaten nicht unterlegen ist. Voraussetzung für die Effektivität ist die korrekte Applikation.

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Nachhaltigkeit und Effektivität von Kompressionsmaßnahmen in Prävention des Postthrombotischen Syndroms

  • Dorothea Thieme,
  • Birgit Linnemann

摘要

Etwa 20–50 % der Patientinnen und Patienten mit akuter tiefer Beinvenenthrombose entwickeln in den ersten 5 Jahren postthrombotische Komplikationen, die durch Schwellung, Schmerzen und eingeschränkter Lebensqualität zu Frühberentungen führen können. Eine frühzeitig eingeleitete Therapie mit Antikoagulanzien fördert die Rekanalisation thrombosierter Venen in der Frühphase und verhindert Rezidivthrombosen im Verlauf. Der Nutzen der Kompressionstherapie wird immer wieder diskutiert. Ziel des Reviews ist, Nachhaltigkeit und Effektivität zum Einsatz von Kompressionsmaßnahmen in Prävention des Postthrombotischen Syndroms darzustellen. Die Literaturrecherche ergibt 4375 Treffer, 130 Studien und Fachartikel werden eingeschlossen. Zwei randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zeigen eine klare Empfehlung für Kompressionsmaßnahmen und Mobilisation in der Akutphase einer tiefen Beinvenenthrombose. zwei RCTs bewerten die präventive Wirkung von Kompressionsstrümpfen und zeigen, dass sich die Rate postthrombotischer Komplikationen um etwa 50 % reduzieren lässt (p < 0,001; p < 0,001 und HR 0,49 (95 %-KI, 0,29–0,84; p = 0,011)). Zwei RCTs können beim Vergleich von Kompressions- versus Placebostrümpfen keine signifikante Besserung postthrombotischer Beschwerden nachweisen (HR 1,13, 95 %-KI 0,73–1,76; p = 0,58), beide Publikationen sind kritisch zu hinterfragen. Ein RCT stellt dar, dass die Höhe der Kompressionsstrümpfe keine signifikanten postthrombotischen Auswirkungen zeigen (p = 0,017) und zwei RCTs belegen, dass eine individualisierte Therapie mit Kompressionsstrümpfen der Standardtherapiedauer von 24 Monaten nicht unterlegen ist. Voraussetzung für die Effektivität ist die korrekte Applikation.