Alter(n), Fitness und Gesundheit im Spiegel sozialer Ungleichheit – Ergebnisse einer qualitativen Studie mit sportlich aktiven Frauen (Süddeutschland – Ostküste USA)
摘要
Im Zuge des demografischen Wandels ändert sich die Vorstellung von der Unabänderlichkeit des Alter(n)s hin zu seiner Gestaltbarkeit. Durch eine gesunde Lebensführung, die auf eigenverantwortliche Bearbeitung körperlicher Risiken durch Fitness und Disziplin abzielt, können Individuen mit ausreichendem finanziellen und kulturellen Kapital ihre Handlungsspielräume erweitern. Für alle Befragten der qualitativen Studie zeigt sich, dass die Herstellung eines fitten Körpers mit Ermächtigungsgewinnen, zugleich aber auch mit einer Unterwerfung unter westliche Körper- und Fitnessnormen verbunden ist. Gesundheitschancen sind in beiden Ländern ungleich verteilt. Während die Befragten des deutschen Samples (26 Interviews) an gesetzliche Gesundheitsleistungen anknüpfen (können), greifen die privilegierten Amerikanerinnen (14 Interviews) auf private Versicherungen zurück. Die Inanspruchnahme staatlicher Leistungen erscheint dagegen als Stigmatisierung der eigenen Lebensweise.