Rechtsextremismus, Raum und die Geographie: Räumliche Dimensionen extrem rechter Ideologie und Praxis sowie deren Analyse
摘要
Raum ist eine zentrale Kategorie des historischen sowie kontemporären Denkens der extremen Rechten. Gleichzeitig ist Raum auch relevant für deren Praxis, die darauf zielt, Räume zu gewinnen, diese zu sichern und die Vorherrschaft des ‚Eigenen‘ durchzusetzen. Im Zuge des spatial turn wurde Raum in der Rechtsextremismusforschung zusehends auch als analytische Kategorie fokussiert: Befragt werden gesellschaftliche Gefüge, Machtkonstellationen und Entstehungsbedingungen des Rechtsextremismus vor dem Hintergrund sozio-ökonomischer, kultureller sowie historischer Prozesse vor Ort. Ausgehend von humangeographischen Überlegungen zu Raum sowie mit Blick auf den in der Disziplin wachsenden Debattenstand zielt dieser Beitrag darauf, in die Bedeutung von Raum für die extreme Rechte damals wie heute einzuführen sowie auf Fallstricke räumlicher Analysen aufmerksam zu machen. Der Beitrag diskutiert die Argumente, nach denen insbesondere essentialisierende Vorstellungen von Raum vermieden werden sollten, insofern sie rassifizierenden und homogenisierenden Zuschreibungsschritten Tür und Tor öffnen.