Medien sind performativ geworden, womit folglich performativ ausgelegte Medientheorien entstehen, um diesen Umstand fassen zu können. Im Text wird die sich wandelnde Inbeziehungsetzung von Performativität und Medialität seit John L. Austin um 1950 bis zu aktuellen Medientheorien aus dem Kontext der Akteur-Netzwerk-Theorie und posthumaner Diskurse entfaltet. Es kommt dabei zu widersprüchlichen und unvereinbaren Deutungen der beiden Begriffe, wobei sich Performativität zwischen der Betonung der generativen, d. h. der Wirklichkeit erzeugenden Kraft von Medien und der Materialität und Fragilität von deren Vollzug im Vorgang medialer Vermittlung aufspannt. Diese Setzungen und deren Konstellationen zu entschlüsseln, wird die Inbeziehungsetzung als Geschichte der Erfindung und Ausübung von Formen einer Kontrolle ohne Kontrolle in Zeiten sich entfesselnder Medientechniken im Kontext des mediale Umgebungen und techno-humane Handlungsgefüge generierenden Ubiquitous Computing rekonstruiert. Aus dieser Perspektive einer Mediengeschichte performativ ausgelegter Medientheorien werden die von ihnen erzeugten Regime der Kontrolle herausgearbeitet und als Grundlage für die Einschätzung ihrer Tauglichkeit für das 21. Jahrhundert herangezogen.

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Performativ ausgelegte Medientheorien. Kontroll-Ordnungen in Zeiten medialer Entfesselungen

  • Martina Leeker

摘要

Medien sind performativ geworden, womit folglich performativ ausgelegte Medientheorien entstehen, um diesen Umstand fassen zu können. Im Text wird die sich wandelnde Inbeziehungsetzung von Performativität und Medialität seit John L. Austin um 1950 bis zu aktuellen Medientheorien aus dem Kontext der Akteur-Netzwerk-Theorie und posthumaner Diskurse entfaltet. Es kommt dabei zu widersprüchlichen und unvereinbaren Deutungen der beiden Begriffe, wobei sich Performativität zwischen der Betonung der generativen, d. h. der Wirklichkeit erzeugenden Kraft von Medien und der Materialität und Fragilität von deren Vollzug im Vorgang medialer Vermittlung aufspannt. Diese Setzungen und deren Konstellationen zu entschlüsseln, wird die Inbeziehungsetzung als Geschichte der Erfindung und Ausübung von Formen einer Kontrolle ohne Kontrolle in Zeiten sich entfesselnder Medientechniken im Kontext des mediale Umgebungen und techno-humane Handlungsgefüge generierenden Ubiquitous Computing rekonstruiert. Aus dieser Perspektive einer Mediengeschichte performativ ausgelegter Medientheorien werden die von ihnen erzeugten Regime der Kontrolle herausgearbeitet und als Grundlage für die Einschätzung ihrer Tauglichkeit für das 21. Jahrhundert herangezogen.