Mit der Kombination der Begriffe Trance und Medium werden nach einer spiritistischen Abkehr von dem mesmeristischen Fluidummodell seit dem 19. Jahrhundert als Fremd- und/oder Eigenbezeichnung Menschen bezeichnet, die den Anschein erwecken, gewollt oder ungewollt durch einen veränderten Bewusstseinszustand teilweise oder ganz einem Kontrollverlust über den eigenen Körper zu unterliegen und dabei nicht mehr als sie selbst, sondern als ein Medium für etwas anderes zu agieren. Die Frage, worum es sich bei dem ‚Selbst‘ und dem ‚Anderen‘ handelt, ist in der Regel Anlass für eine Kontroverse um deren Identifizierung, Klassifizierung und Authentifizierung; ebenso wie die Frage, ob das Medium der Trance tatsächlich im Sinne eines instrumentellen Mittels oder aber eines aisthetischen Milieus gedeutet werden sollte, wobei die spiritistische Zurichtung des Mediums auf ein rein instrumentelles Durchgangsmedium zu einem anhaltend wirkmächtigen Interpretationsmuster sowohl in den Wissenschaften als auch bei den Akteuren selbst geworden ist und die aisthetische Konzeption in den Hintergrund gedrängt hat. In dem in diesem Beitrag vorgeschlagenen Konzept der Trancekulturalität können Trancemedien und Medientheorien der Trance eine integrierende Kraft entfalten und technische und menschliche Medien sowie instrumentelle und ästhetische Medienaspekte in einer das Getrennte in all seiner Widersprüchlichkeit belassenden Mitte zusammenfinden, in der Medien und Medialität unentwegt auf die Probe gestellt werden und damit in außergewöhnlicher Form eine gewöhnliche Form der Wahrnehmung und Kommunikation aufführen. 

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Trancekulturalität

  • Ehler Voss

摘要

Mit der Kombination der Begriffe Trance und Medium werden nach einer spiritistischen Abkehr von dem mesmeristischen Fluidummodell seit dem 19. Jahrhundert als Fremd- und/oder Eigenbezeichnung Menschen bezeichnet, die den Anschein erwecken, gewollt oder ungewollt durch einen veränderten Bewusstseinszustand teilweise oder ganz einem Kontrollverlust über den eigenen Körper zu unterliegen und dabei nicht mehr als sie selbst, sondern als ein Medium für etwas anderes zu agieren. Die Frage, worum es sich bei dem ‚Selbst‘ und dem ‚Anderen‘ handelt, ist in der Regel Anlass für eine Kontroverse um deren Identifizierung, Klassifizierung und Authentifizierung; ebenso wie die Frage, ob das Medium der Trance tatsächlich im Sinne eines instrumentellen Mittels oder aber eines aisthetischen Milieus gedeutet werden sollte, wobei die spiritistische Zurichtung des Mediums auf ein rein instrumentelles Durchgangsmedium zu einem anhaltend wirkmächtigen Interpretationsmuster sowohl in den Wissenschaften als auch bei den Akteuren selbst geworden ist und die aisthetische Konzeption in den Hintergrund gedrängt hat. In dem in diesem Beitrag vorgeschlagenen Konzept der Trancekulturalität können Trancemedien und Medientheorien der Trance eine integrierende Kraft entfalten und technische und menschliche Medien sowie instrumentelle und ästhetische Medienaspekte in einer das Getrennte in all seiner Widersprüchlichkeit belassenden Mitte zusammenfinden, in der Medien und Medialität unentwegt auf die Probe gestellt werden und damit in außergewöhnlicher Form eine gewöhnliche Form der Wahrnehmung und Kommunikation aufführen.