Dass Identitätsprobleme für die Erziehungswissenschaft geradezu kennzeichnend sind, wird häufig hervorgehoben; selten allerdings wird die Frage gestellt, worin diese eigentlich bestehen? Antworten auf diese Frage zu finden, ist der Sinn der folgenden Überlegungen. Mit Hilfe systemtheoretischer Einsichten wird in einem ersten Schritt hierbei Universität als institutioneller Kontext disziplinärer Identität betrachtet, wobei drei Größen als Orientierung dienen: kognitive Trennschärfe, Disziplinstruktur und Fachsystematik. In einem zweiten Schritt wird vor diesem Hintergrund und auf der Basis empirischer Befunde die disziplinäre Struktur der Erziehungswissenschaft in den Mittelpunkt gerückt. Dabei zeigt sich, dass Schwierigkeiten vor allem auf der Ebene des Curriculums anfallen, als curriculare Identitätsprobleme sozusagen. In einem dritten Schritt wird abschließend skizziert, aus welchen Gründen und in welchen Hinsichten gerade der Ansatz der Operativen Pädagogik für die Bearbeitung dieser curricularen Nöte nützlich zu sein vermag, erweist sich doch Didaktik als der „einheimische“ Mechanismus, durch den Funktion in Operation transformiert wird.

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Systematik und Identität: Das Konzept der Operativen Pädagogik im Kontext disziplinärer Probleme

  • Volker Kraft

摘要

Dass Identitätsprobleme für die Erziehungswissenschaft geradezu kennzeichnend sind, wird häufig hervorgehoben; selten allerdings wird die Frage gestellt, worin diese eigentlich bestehen? Antworten auf diese Frage zu finden, ist der Sinn der folgenden Überlegungen. Mit Hilfe systemtheoretischer Einsichten wird in einem ersten Schritt hierbei Universität als institutioneller Kontext disziplinärer Identität betrachtet, wobei drei Größen als Orientierung dienen: kognitive Trennschärfe, Disziplinstruktur und Fachsystematik. In einem zweiten Schritt wird vor diesem Hintergrund und auf der Basis empirischer Befunde die disziplinäre Struktur der Erziehungswissenschaft in den Mittelpunkt gerückt. Dabei zeigt sich, dass Schwierigkeiten vor allem auf der Ebene des Curriculums anfallen, als curriculare Identitätsprobleme sozusagen. In einem dritten Schritt wird abschließend skizziert, aus welchen Gründen und in welchen Hinsichten gerade der Ansatz der Operativen Pädagogik für die Bearbeitung dieser curricularen Nöte nützlich zu sein vermag, erweist sich doch Didaktik als der „einheimische“ Mechanismus, durch den Funktion in Operation transformiert wird.