Wissenschaftspraxis algorithmischer Wissenskulturen
摘要
Algorithmische Wissenskulturen haben eine eigene Wissenschaftspraxis hervorgebracht. Die einstmals arbeitsteilige Tätigkeit des Rechnens in Gruppen von „menschlichen Computern“, die per Hand Kalkulationen durchführten, hat sich seit den 1950er-Jahren in die elektronischen Computer verlagert. Was jedoch unverändert geblieben ist, ist die Zerlegung eines wissenschaftlichen Phänomens in berechenbare und abarbeitbare Schritte. Bereits John von Neumann führte Flowcharts ein, um die komplexe Choreografie der Programmierung darzustellen. Diese werden bis heute verwendet. Auch wenn Menschen heute die Milliarden Berechnungsoperationen pro Sekunde, die heutige Supercomputer leisten, nicht durchführen könnten, so ist die algorithmische Wissenskultur mehr, als nur Berechnungen auszuführen. Die unglaubliche Menge an Rechenoperationen ermöglicht es Forschenden, mit ihren Modellen numerisch zu experimentieren und Was-wäre-Wenn-Fragen zu stellen. Es sind diese Was-wäre-wenn-Fragen, die die Wissenschaftspraxis der algorithmischen Wissenskultur charakterisieren.