Der Beitrag rekonstruiert am Beispiel der Genese der Computational Social Science den Wandel der sozialen „eScience“-Architekturen und -Wissenschaftskulturen unter dem Einfluss der Rezentralisierung des Computing und der Herausbildung zentraler Beobachtungs- und Analyse-Plattformen nach 2000. Er zeigt, wie sehr die Agenda der soziometrischen Verhaltensforschung mit ihrem Ziel einer durchgängigen Erfassung des Alltagsverhaltens von Gruppen und sozialen Netzwerken von dem durch die militärische Förderung nach 9/11 und der „Platform Economy“ ausgelösten Data-Analytics-Boom geprägt wurde. Entstehungsbedingt und gegenstandsspezifisch entfalten Big-Data-Konzepte in den einzelnen Wissenschaften eine unterschiedliche Wirkmächtigkeit, sie sollten deshalb wie auch wegen der großen Datendiversität nicht unter ein einheitliches quantitätsbetontes normatives „Fourth Paradigm“ subsumiert werden, das die epistemischen Divergenzen zwischen Sozial- und Naturwissenschaften von vornherein einebnet.

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Die soziale Genese von „Big Data in Social Sciences“ in der Entstehungsphase zentraler Beobachtungs- und Analyse-Plattformen ab 2000

  • Hans Dieter Hellige

摘要

Der Beitrag rekonstruiert am Beispiel der Genese der Computational Social Science den Wandel der sozialen „eScience“-Architekturen und -Wissenschaftskulturen unter dem Einfluss der Rezentralisierung des Computing und der Herausbildung zentraler Beobachtungs- und Analyse-Plattformen nach 2000. Er zeigt, wie sehr die Agenda der soziometrischen Verhaltensforschung mit ihrem Ziel einer durchgängigen Erfassung des Alltagsverhaltens von Gruppen und sozialen Netzwerken von dem durch die militärische Förderung nach 9/11 und der „Platform Economy“ ausgelösten Data-Analytics-Boom geprägt wurde. Entstehungsbedingt und gegenstandsspezifisch entfalten Big-Data-Konzepte in den einzelnen Wissenschaften eine unterschiedliche Wirkmächtigkeit, sie sollten deshalb wie auch wegen der großen Datendiversität nicht unter ein einheitliches quantitätsbetontes normatives „Fourth Paradigm“ subsumiert werden, das die epistemischen Divergenzen zwischen Sozial- und Naturwissenschaften von vornherein einebnet.