Diese Fragmente beginnen mit einem Blick auf die Philosophie Ludwig Feuerbachs (1804–1872). In dem Kontext seiner Kritik der christlichen Religion und seiner Kritik des Idealismus verlangt er, die entwürdigenden Wohnungsverhältnisse der arbeitenden Menschen keineswegs hinzunehmen. Von Feuerbachs menschlichem „Wohnen im Diesseits“ gelangt die Abhandlung zu politischen Schriften, mit denen Karl Marx und Friedrich Engels sich der Wohnungsfrage zuwenden und sich empören gegen das Unrecht des Wohnelends und des damit verbundenen Hungers. Es folgen politische Seitenblicke auf eine sozialistische Wohnungsreform, gemäß der das Wohnen nicht in die Form einer Ware gepresst werden darf. Wohnungsreform und Bodenreform werden verbunden in Projekten des gemeinnützigen Wohnungsbaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in der Zeit der Weimarer Republik. Der Philosoph Ernst Bloch schlägt gegen die Entstehung von Wohnmaschinen und Steinschluchten einen Funken der Hoffnung auf ein menschliches Leben heraus, auf die von der Menschheit noch nicht hervorgelebte Heimat. Sie soll sichtbar werden in aktuellen Projekten radikaldemokratischer und ökosozialer Vergesellschaftung, die das Wohnen umfassen.

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Fragmente einer Philosophie des Wohnens und der Wohnungsnot – mit politischen Bezügen

  • Arnold Köpcke-Duttler

摘要

Diese Fragmente beginnen mit einem Blick auf die Philosophie Ludwig Feuerbachs (1804–1872). In dem Kontext seiner Kritik der christlichen Religion und seiner Kritik des Idealismus verlangt er, die entwürdigenden Wohnungsverhältnisse der arbeitenden Menschen keineswegs hinzunehmen. Von Feuerbachs menschlichem „Wohnen im Diesseits“ gelangt die Abhandlung zu politischen Schriften, mit denen Karl Marx und Friedrich Engels sich der Wohnungsfrage zuwenden und sich empören gegen das Unrecht des Wohnelends und des damit verbundenen Hungers. Es folgen politische Seitenblicke auf eine sozialistische Wohnungsreform, gemäß der das Wohnen nicht in die Form einer Ware gepresst werden darf. Wohnungsreform und Bodenreform werden verbunden in Projekten des gemeinnützigen Wohnungsbaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in der Zeit der Weimarer Republik. Der Philosoph Ernst Bloch schlägt gegen die Entstehung von Wohnmaschinen und Steinschluchten einen Funken der Hoffnung auf ein menschliches Leben heraus, auf die von der Menschheit noch nicht hervorgelebte Heimat. Sie soll sichtbar werden in aktuellen Projekten radikaldemokratischer und ökosozialer Vergesellschaftung, die das Wohnen umfassen.