Relationale Soziale Arbeit mit wohnungslosen Menschen. Zur relationalen Konstruktion von Lebenswelten, Lebenslagen und Machtverhältnissen
摘要
Soziale Arbeit mit wohnungslosen Menschen agiert in dem für die Soziale Arbeit charakteristischen Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft. Um unter dieser Bedingung professionelle Soziale Arbeit leisten zu können, sind spezifische theoretische Werkzeuge notwendig. Diese Werkzeuge müssen zumindest folgendes ermöglichen: 1. sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Perspektiven zu erkennen und zu verstehen und 2. im Spannungsfeld dieser Perspektiven fachlich fundierte Entscheidungen zu treffen und zu begründen. Dabei ist die Notwendigkeit zum Erkennen und Verstehen sowohl für die Forschung als auch für die Praxis der Sozialen Arbeit mit wohnungslosen Menschen gegeben, hingegen die Entscheidungskompetenz vor allem für die Praxis. Als fachwissenschaftliche Grundlage werden im Rahmen dieses Beitrags Eckpunkte einer Relationalen Sozialen Arbeit und deren erkenntnis- und sozialtheoretisches Fundament des Relationalen Konstruktivismus entfaltet. Die Auswahl dieser Eckpunkte begegnet vor allem der Kritik an der Individualisierung der Verantwortung für die Wohnungslosigkeit, sowie dem Vorwurf, Soziale Arbeit mit wohnungslosen Menschen würde deren Perspektive übersehen und/oder ignorieren sowie grundsätzlich Machtverhältnisse unzureichend reflektieren. Der Fokus des Beitrags liegt dabei nicht auf der empirischen Überprüfung dieser Vorwürfe, sondern auf der theoretischen Erörterung von deren Grundlagen und Konsequenzen. Davon ausgehend wird der diesbezügliche Nutzen einer Relationalen Sozialen Arbeit exemplarisch an Modellen zur Relationalität von Lebenswelten und Lebenslagen sowie einer relational-konstruktivistischen Machttheorie verdeutlicht.