In den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ist eine hohe Zahl von auch als ‚Care Leaver‘ bezeichneten Jugendlichen dokumentiert, die nach der Entlassung aus der stationären Jugendhilfe in diesem Hilfesystem landen und deren aktuelle Lebenssituation als sehr prekär zu beschreiben ist. Qualitative Analysen belegen eine hohe Vulnerabilität dieser Gruppe, die u. a. vielfältige Störungsbilder zur Folge hat. Besonders die symptomatische Funktion des Substanzgebrauchs ist bei diesen ‚Care Leavern‘ signifikant. Neben traumatischen Erfahrungen im Elternhaus, Erfahrungen sexueller oder anderweitiger Gewalt und negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit Schulbesuch ist die Biografie der Betroffenen auch durch zumeist vielfältige Betreuungsabbrüche im Rahmen von stationären Jugendhilfemaßnahmen geprägt. Um eine nachhaltige stationäre Jugendhilfe zu ermöglichen, ist es fachlich geboten, valide Erhebungsinstrumente zur Früherkennung von Störungsbildern einzusetzen und verstärkt Konzepte der Ressourcenaktivierung und Resilienzförderung auf Basis der Salutogenese anzubieten. Des weiteren gilt es, mit Hilfe eines Fachkräfte-Assessments einen verbindlichen Gesamt-Hilfeplan gemäß Case Management zu erstellen und eine professionelle Begleitung der Betroffenen für spezifische weiterführende Hilfen und Behandlungen zu gewährleisten.

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Junge Menschen in der Wohnungsnotfallhilfe: Symptombeschreibung und Entwicklungsverläufe

  • Robert Frietsch,
  • Dirk Holbach,
  • Corinna Leißling

摘要

In den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ist eine hohe Zahl von auch als ‚Care Leaver‘ bezeichneten Jugendlichen dokumentiert, die nach der Entlassung aus der stationären Jugendhilfe in diesem Hilfesystem landen und deren aktuelle Lebenssituation als sehr prekär zu beschreiben ist. Qualitative Analysen belegen eine hohe Vulnerabilität dieser Gruppe, die u. a. vielfältige Störungsbilder zur Folge hat. Besonders die symptomatische Funktion des Substanzgebrauchs ist bei diesen ‚Care Leavern‘ signifikant. Neben traumatischen Erfahrungen im Elternhaus, Erfahrungen sexueller oder anderweitiger Gewalt und negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit Schulbesuch ist die Biografie der Betroffenen auch durch zumeist vielfältige Betreuungsabbrüche im Rahmen von stationären Jugendhilfemaßnahmen geprägt. Um eine nachhaltige stationäre Jugendhilfe zu ermöglichen, ist es fachlich geboten, valide Erhebungsinstrumente zur Früherkennung von Störungsbildern einzusetzen und verstärkt Konzepte der Ressourcenaktivierung und Resilienzförderung auf Basis der Salutogenese anzubieten. Des weiteren gilt es, mit Hilfe eines Fachkräfte-Assessments einen verbindlichen Gesamt-Hilfeplan gemäß Case Management zu erstellen und eine professionelle Begleitung der Betroffenen für spezifische weiterführende Hilfen und Behandlungen zu gewährleisten.