Die Einführung der Kategorie ‚Geschlecht‘ in die kritisch-analytische Beschäftigung mit Kunst lässt sich auch als eine soziologisch informierte und interessierte Theorieentscheidung charakterisieren. Wenn Kunstsoziologie als Beobachtung „der multiplen Verhältnisse zwischen künstlerischer Produktion und ihren sozialen, politischen, kulturellen und ökonomischen Kontexten“ (Kastner 2016, S. 126) beschrieben werden kann, dann deckt sich dies mit einem zentralen Frageinteresse feministischer Kunstgeschichte(n). Denn diese zielen – bei aller Unterschiedlichkeit – darauf, „die traditionellen Geschlechterzuweisungen als Effekte der Setzungen unserer Kultur“ (Schade und Wenk 1995, S. 393) in künstlerischen Werken und ihren Beurteilungen herauszuarbeiten und zu kritisieren. In diesem Sinn wurde feministische Kunstgeschichte auch als „Resultat kunstsoziologischer Ansätze“ beschrieben (Pfisterer 2019, S. 271). Vor diesem Hintergrund stellt der Beitrag wichtige Positionen feministischer Kunst- und Kunstgeschichte vor und erläutert deren kunstsoziologisches Potential.

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Kunst, Geschlecht, Gesellschaft: Perspektiven feministischer Kunstgeschichte

  • Anja Zimmermann

摘要

Die Einführung der Kategorie ‚Geschlecht‘ in die kritisch-analytische Beschäftigung mit Kunst lässt sich auch als eine soziologisch informierte und interessierte Theorieentscheidung charakterisieren. Wenn Kunstsoziologie als Beobachtung „der multiplen Verhältnisse zwischen künstlerischer Produktion und ihren sozialen, politischen, kulturellen und ökonomischen Kontexten“ (Kastner 2016, S. 126) beschrieben werden kann, dann deckt sich dies mit einem zentralen Frageinteresse feministischer Kunstgeschichte(n). Denn diese zielen – bei aller Unterschiedlichkeit – darauf, „die traditionellen Geschlechterzuweisungen als Effekte der Setzungen unserer Kultur“ (Schade und Wenk 1995, S. 393) in künstlerischen Werken und ihren Beurteilungen herauszuarbeiten und zu kritisieren. In diesem Sinn wurde feministische Kunstgeschichte auch als „Resultat kunstsoziologischer Ansätze“ beschrieben (Pfisterer 2019, S. 271). Vor diesem Hintergrund stellt der Beitrag wichtige Positionen feministischer Kunst- und Kunstgeschichte vor und erläutert deren kunstsoziologisches Potential.