Leben als Grundbegriff der Soziologie: Neuer Vitalismus und Lebenssoziologie
摘要
Neo-vitalistische Theorien haben in verschiedenen sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen in den letzten Jahrzehnten wegweisende und einflussreiche Ansätze vorgelegt, deren Relevanz im folgenden Beitrag für die soziologische Theorie erschlossen werden soll. Dieser Beitrag wird zunächst die Spezifizität dieses Ansatzes in Abgrenzung vom klassischen Vitalismus aufzeigen, um dann auf die zentralen Grundbegriffe neovitalistischer Theorien einzugehen: Suspension und Interpassivität, Methodologischer Relationalismus und konstitutives Zwischen, Immanenz und Faltung, Prozessualität und Werden, Intensität und Ethik. Im Anschluss geht der Beitrag auf die vielfältigen Weiterentwicklungen bzw. Bezugnahmen zu neovitalistischen Denkfiguren ein (Philosophische Anthropologie, Gesellschaftsanalyse, Subjektivierungsforschung, Neuer Materialismus, Posthumanismus, Akteur-Netzwerk-Analyse, Forschungen zum Anthropozän etc.), und zeigt damit die Produktivität dieses Ansatzes nicht nur in der Soziologie, sondern in den Sozial- und Kulturwissenschaften insgesamt auf.