Soziologische Theorien in den Gender Studies: Geschlecht als Identitätskategorie in intersektionalen Machtverhältnissen
摘要
Das pluri- und interdisziplinäre Feld der Gender Studies umfasst auch verschiedene soziologische Theorietraditionen, die jeweils unterschiedliche Zugänge bieten, um die binäre Geschlechterdifferenz in ihrer gesellschaftlichen Konstruiertheit und in ihrer konstitutiven Bedeutung für moderne Gesellschaften zu verstehen. Fokussiert auf die deutschsprachigen Gender Studies wird diese Vielstimmigkeit soziologischer Ansätze skizziert und dabei zugleich die gegenseitigen Bezugnahmen deutlich gemacht. Das Besonderen dabei ist, dass sich diese Vielstimmigkeit auf einen gemeinsamen Gegenstand fokussiert: die theoretische und empirische Problematisierung einer vermeintlich natürlichen Geschlechterordnung. Während (soziologische) Geschlechtertheorien bestimmte Leerstellen und begriffliche Begrenzungen ‚allgemeiner‘ soziologischer Theorien in den Blick nehmen, stehen sie selber vor der Herausforderung, stillschweigende Normen und Ausschlüsse ihrer eigenen Ansätze zu hinterfragen. Für diese kritische Reflexion steht in den derzeitigen Debatten insbesondere das Konzept der Intersektionalität, dessen kritisches Potenzial allerdings – gerade auch im Hinblick auf Herausforderungen der Dekolonisierung (nicht nur) soziologischer Theorien – bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist.