Ernesto Laclau und Chantal Mouffe entwerfen eine postmarxistische Theorie, die sich von der Idee eines allein durch die ökonomische Situation bestimmten Klassenkonflikts verabschiedet. Für sie gibt es vielfache gesellschaftliche Konfliktlinien; sozialer Wandel erfolgt durch diskursive Kämpfe um Hegemonie. Ihre Theorie negiert einen außerdiskursiven Referenzpunkt als Fundament oder Grund des Sozialen und Politischen und fordert die Soziologie dadurch insofern heraus, als sie nicht nur ein Primat des Politischen gegenüber dem Sozialen, sondern sogar eine prinzipielle Unmöglichkeit der Gesellschaft behauptet.

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Die Politisierung von ‚Gesellschaft‘: Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes postmarxistische Theorie des Sozialen

  • Astrid Séville

摘要

Ernesto Laclau und Chantal Mouffe entwerfen eine postmarxistische Theorie, die sich von der Idee eines allein durch die ökonomische Situation bestimmten Klassenkonflikts verabschiedet. Für sie gibt es vielfache gesellschaftliche Konfliktlinien; sozialer Wandel erfolgt durch diskursive Kämpfe um Hegemonie. Ihre Theorie negiert einen außerdiskursiven Referenzpunkt als Fundament oder Grund des Sozialen und Politischen und fordert die Soziologie dadurch insofern heraus, als sie nicht nur ein Primat des Politischen gegenüber dem Sozialen, sondern sogar eine prinzipielle Unmöglichkeit der Gesellschaft behauptet.