„Ökonomie“ aus dem Geist der Wissenschaftslehre
摘要
Der Beitrag stellt Fichtes Entwurf eines „Geschlossenen Handelsstaats“ dar, mit der der Philosoph das Problem der Spannung zwischen dem Ordnungsanspruch des Rechts und einer „anarchischen“ ökonomischen Dynamik zu lösen versucht. Fichte plädiert für einen konsequenten Primat des Rechts gegenüber der Ökonomie, der auf verschiedenen Ebenen durchzusetzen ist: im Inneren durch eine auf ein „fortdauerndes Gleichgewicht“ von Angebot und Bedarf zielende Planwirtschaft, nach außen dadurch, daß Staats- und Handelsverfassung durch Beendigung des Außenhandelns den gleichen Umfang erhalten. Die Konzeption schließt teilweise neue Elemente der politischen Ökonomie wie einen „entgegenständlichten“ Begriff des Eigentums, eine konsequente Zeichengeldtheorie und eine auf umfassende Berechnung von Gleichgewichtsverhältnissen setzende Verwaltung ein. Neben der Rezeptionsgeschichte des GHS kommen zuletzt Gesichtspunkte für eine Würdigung wie für eine fundierte Kritik des Fichteschen Modells zur Sprache.