Wirtschaftsdenken und Praxis im alten China
摘要
Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Wirtschaft im alten China und zeigt die Beiträge chinesischen Denkens und wirtschaftlichen Agierens zur Genealogie der Wirtschaftsphilosophie im globalen Kontext auf. Es wird die Geschichte des alten Chinas behandelt, wobei die verschiedenen Denkschulen und ihre Ansichten zur Ökonomie sowie Beispiele für die soziale Rolle von Kaufleuten und Händlern näher betrachtet werden. Chinesische Wirtschaftshistoriker teilen die ökonomische Entwicklung des vormodernen China in drei Epochen ein: die frühe historische Phase bis zur Reichseinigung (221 v. Chr.), das frühe Kaiserreich bis zur Song-Dynastie (bis 960 n. Chr.) und schließlich das späte Kaiserreich bis zur Revolution von 1911. Der Fokus liegt zunächst auf der Entwicklung der politischen Ökonomie sowie den philosophischen Schulen, die sich mit moralischen Fragen wirtschaftlicher Aktivitäten auseinandersetzten. Anschließend werden Beispiele für den Einfluss dieser Philosophien auf die Wirtschaftskultur und Sozialstruktur beleuchtet. In der Song- und Ming-Dynastie wurden orthodoxe Vorstellungen, die Gewinnstreben ablehnten, gestärkt, während sich gleichzeitig die Wirtschaft deutlich weiterentwickelte und Kaufleute eine prominente Rolle einnahmen. Als schließlich im 19. Jh. europäische Kolonialmächte begannen, das Schicksal Chinas zu beeinflussen, konnte das Land bereits auf eine zweitausendjährige konfuzianische Ordnung zurückblicken, in der eine funktionierende Marktökonomie unter strenger Kontrolle existierte, jedoch kein entwickelter Kapitalismus wie in Europa.