Der Beitrag diskutiert die Professionalisierung von Coachinnen und Coaches vor dem Hintergrund wachsender Komplexität und Unbestimmtheit im Handlungsfeld Coaching und Beratung. Ausgehend von der Annahme, dass professionelles Handeln weder durch standardisiertes Wissen noch durch rein erfahrungsgeleitete Routinen hinreichend bestimmt werden kann, wird das Konzept der reflektierten Kontingenzkompetenz als Schlüsselkompetenz professionellen Handelns eingeführt. Aufbauend auf dem Konstrukt des Professionswissens als dritter Wissensform zwischen Theorie und Praxis, plädiert der Artikel für ein Verständnis von Professionalität, das sich durch die Fähigkeit auszeichnet, mit situativer Offenheit, ethischer Verantwortlichkeit und reflektierter Entscheidungsfähigkeit auf kontingente Handlungssituationen zu reagieren. Die Autoren entwickeln ein heuristisches Modell professioneller Entscheidungen und beschreiben die strukturellen Rahmenbedingungen, unter denen solche Entscheidungen in Coachingprozessen getroffen werden. Dabei wird reflektierte Kontingenzkompetenz als eine Meta-Fähigkeit konturiert, die Coachinnen und Coaches dazu befähigt, zwischen Schließung (Entscheidung) und Öffnung (Zweifel) zu oszillieren, ohne dabei die Orientierung zu verlieren. Abschließend wird die wissenschaftliche Weiterbildung als besonders geeigneter Ort zur Förderung dieser Kompetenz ausgewiesen und ein Ausblick auf Forschungspotenziale und didaktische Implikationen gegeben.

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Reflektierte Kontingenzkompetenz als Professionalisierungsfokus – ein Operationalisierungsversuch von Professionswissen im Handlungsfeld von Coaching und Beratung

  • Christian Kuhlmann,
  • Markus Walber

摘要

Der Beitrag diskutiert die Professionalisierung von Coachinnen und Coaches vor dem Hintergrund wachsender Komplexität und Unbestimmtheit im Handlungsfeld Coaching und Beratung. Ausgehend von der Annahme, dass professionelles Handeln weder durch standardisiertes Wissen noch durch rein erfahrungsgeleitete Routinen hinreichend bestimmt werden kann, wird das Konzept der reflektierten Kontingenzkompetenz als Schlüsselkompetenz professionellen Handelns eingeführt. Aufbauend auf dem Konstrukt des Professionswissens als dritter Wissensform zwischen Theorie und Praxis, plädiert der Artikel für ein Verständnis von Professionalität, das sich durch die Fähigkeit auszeichnet, mit situativer Offenheit, ethischer Verantwortlichkeit und reflektierter Entscheidungsfähigkeit auf kontingente Handlungssituationen zu reagieren. Die Autoren entwickeln ein heuristisches Modell professioneller Entscheidungen und beschreiben die strukturellen Rahmenbedingungen, unter denen solche Entscheidungen in Coachingprozessen getroffen werden. Dabei wird reflektierte Kontingenzkompetenz als eine Meta-Fähigkeit konturiert, die Coachinnen und Coaches dazu befähigt, zwischen Schließung (Entscheidung) und Öffnung (Zweifel) zu oszillieren, ohne dabei die Orientierung zu verlieren. Abschließend wird die wissenschaftliche Weiterbildung als besonders geeigneter Ort zur Förderung dieser Kompetenz ausgewiesen und ein Ausblick auf Forschungspotenziale und didaktische Implikationen gegeben.