Eine europäische Wirtschaftspolitik im Sinne einer gemeinschaftlichen Gestaltung oder Steuerung gibt es in der Europäischen Union bislang nicht. Im Laufe der Zeit hat sich jedoch ein System der wirtschaftspolitischen Koordinierung herausgebildet. Mit dem Ziel, die gemeinsame Währung zu stabilisieren, wurden nach der Etablierung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) die Felder der Koordinierung sukzessive ausgeweitet. Im Kontext der Finanz- und Eurokrise sind die Koordinationsverfahren stärker institutionalisiert und verzahnt worden, bevor im Management der COVID-19-Pandemie zusätzliche Instrumente und Ressourcen mobilisiert wurden. Die Intensivierung geopolitischer und geoökonomischer Spannungen (Angriffskrieg gegen die Ukraine, US-Protektionismus und Aufstieg Chinas) treiben diesen Prozess weiter voran. Unter Krisenbedingungen scheint sich eine schrittweise Supranationalisierung wirtschaftspolitischer Kompetenzen und Ressourcen zu vollziehen.

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Wirtschaftspolitik

  • Hans-Jürgen Bieling

摘要

Eine europäische Wirtschaftspolitik im Sinne einer gemeinschaftlichen Gestaltung oder Steuerung gibt es in der Europäischen Union bislang nicht. Im Laufe der Zeit hat sich jedoch ein System der wirtschaftspolitischen Koordinierung herausgebildet. Mit dem Ziel, die gemeinsame Währung zu stabilisieren, wurden nach der Etablierung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) die Felder der Koordinierung sukzessive ausgeweitet. Im Kontext der Finanz- und Eurokrise sind die Koordinationsverfahren stärker institutionalisiert und verzahnt worden, bevor im Management der COVID-19-Pandemie zusätzliche Instrumente und Ressourcen mobilisiert wurden. Die Intensivierung geopolitischer und geoökonomischer Spannungen (Angriffskrieg gegen die Ukraine, US-Protektionismus und Aufstieg Chinas) treiben diesen Prozess weiter voran. Unter Krisenbedingungen scheint sich eine schrittweise Supranationalisierung wirtschaftspolitischer Kompetenzen und Ressourcen zu vollziehen.