Im Zentrum der konzeptuell orientierten Forschung zu Regierungssystemen in der Vergleichenden Politikwissenschaft steht die Diskussion über unterschiedliche Regierungsformen. Der internationale Entwicklungstrend in diesem Bereich ist durch eine wachsende Ausdifferenzierung gekennzeichnet. Längst wird nicht mehr nur zwischen parlamentarischen und präsidentiellen Systemen unterschieden. Hinzu kommen Versuche, den unterschiedlichen Ausformungen vertikaler Gewaltenteilung politischer Systeme konzeptuell Rechnung zu tragen. Die spezifischen institutionellen Muster horizontaler und vertikaler Gewaltenteilung können in weiter dimensionierte Konzepte demokratischer Regierungssysteme und Demokratietypen integriert werden. Das einflussreiche Vetospieler-Theorem zielt streng genommen auf eine Überwindung der etablierten Klassifikationen der klassischen Regierungs(formen)lehre, hat im Zuge eines Rezeptionsstranges, der auf die konstitutionellen Vetospieler konzentriert ist, jedoch gleichwohl konstruktives Potenzial auch innerhalb der vergleichenden Regierungssystemforschung entfaltet. Zu den jüngeren Entwicklungstrends innerhalb der Teildisziplin gehört die Diskussion von Regierungsformen auch in autoritären Kontexten und eine intensivierte Betrachtung institutioneller Parameter von Regierungssystemen als erklärende Variable im Kontext von Autokratisierungsprozessen.

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Regierungssysteme in der Vergleichenden Politikwissenschaft: Konzepte und Modelle

  • Ludger Helms

摘要

Im Zentrum der konzeptuell orientierten Forschung zu Regierungssystemen in der Vergleichenden Politikwissenschaft steht die Diskussion über unterschiedliche Regierungsformen. Der internationale Entwicklungstrend in diesem Bereich ist durch eine wachsende Ausdifferenzierung gekennzeichnet. Längst wird nicht mehr nur zwischen parlamentarischen und präsidentiellen Systemen unterschieden. Hinzu kommen Versuche, den unterschiedlichen Ausformungen vertikaler Gewaltenteilung politischer Systeme konzeptuell Rechnung zu tragen. Die spezifischen institutionellen Muster horizontaler und vertikaler Gewaltenteilung können in weiter dimensionierte Konzepte demokratischer Regierungssysteme und Demokratietypen integriert werden. Das einflussreiche Vetospieler-Theorem zielt streng genommen auf eine Überwindung der etablierten Klassifikationen der klassischen Regierungs(formen)lehre, hat im Zuge eines Rezeptionsstranges, der auf die konstitutionellen Vetospieler konzentriert ist, jedoch gleichwohl konstruktives Potenzial auch innerhalb der vergleichenden Regierungssystemforschung entfaltet. Zu den jüngeren Entwicklungstrends innerhalb der Teildisziplin gehört die Diskussion von Regierungsformen auch in autoritären Kontexten und eine intensivierte Betrachtung institutioneller Parameter von Regierungssystemen als erklärende Variable im Kontext von Autokratisierungsprozessen.