In seiner Broch-Rede (1936) bestimmt Elias Canetti den Dichter als „Hund seiner Zeit“ (GdW 14) und legt damit eine der wichtigsten Formulierungen für die Diskussion über seine Poetologie vor. Canetti geht es hierbei einerseits um die Verbindung des Dichters zu seiner Zeit: „Er ist mit einer Kette kurz und unzerreißbar an sie gefesselt, ihr auf das engste verhaftet; seine Unfreiheit muß so groß sein, daß er nirgends andershin zu verpflanzen wäre“ (GdW 13). Andererseits denkt er an die tierischen Eigenschaften des Hundes: das Schnüffeln, das Wittern und Verfolgen einer Fährte – „ja, in alles steckt er die feuchte Schnauze, nichts wird ausgelassen“ (GdW 14). Durch das Bild des bodennahen Witterns bietet die Formulierung eine unmittelbare Verbindung zur Poetologie Georg Büchners und zum Interesse für das Geringe, am Boden liegende (s. Kap.  33 ).

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Tiere

  • Carl Philipp Roth

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In seiner Broch-Rede (1936) bestimmt Elias Canetti den Dichter als „Hund seiner Zeit“ (GdW 14) und legt damit eine der wichtigsten Formulierungen für die Diskussion über seine Poetologie vor. Canetti geht es hierbei einerseits um die Verbindung des Dichters zu seiner Zeit: „Er ist mit einer Kette kurz und unzerreißbar an sie gefesselt, ihr auf das engste verhaftet; seine Unfreiheit muß so groß sein, daß er nirgends andershin zu verpflanzen wäre“ (GdW 13). Andererseits denkt er an die tierischen Eigenschaften des Hundes: das Schnüffeln, das Wittern und Verfolgen einer Fährte – „ja, in alles steckt er die feuchte Schnauze, nichts wird ausgelassen“ (GdW 14). Durch das Bild des bodennahen Witterns bietet die Formulierung eine unmittelbare Verbindung zur Poetologie Georg Büchners und zum Interesse für das Geringe, am Boden liegende (s. Kap.  33 ).