Der Palankin
摘要
Das Lustspiel Der Palankin erschien 2001 in Der Fund erstmals aus dem Nachlass publiziert und erfuhr Aufmerksamkeit in der Presse. Das Stück, schreibt Millner in der Zeitschrift Falter, beweise die literarische Produktivität Veza Canettis im Exil. Die Autorin führe die Gesellschaft im „geistreichen Wortwechsel“ vor und sichere ihren „kompromisslosen Künstlerinnenfiguren eine freie Existenz“ zu (Millner 2005, 182). Andererseits, kritisiert Bartl in der FAZ vom 29.11.2001, seien die Lustspiele Vezas gegenüber ihren Erzählungen eher blass und mit „so viel Ernst und Milieukritik durchtränkt, daß der Witz nicht mehr zünden kann“ (Bartl 2005, 185). Die unterschiedliche Rezeption ist das Resultat individueller Kenntnisse und Standpunkte. Viel spricht für die erste journalistische Einschätzung, die zweite Kritik bedarf einer Differenzierung. Die Komödien sind weder zu ernst noch zu milieukritisch, allenfalls mangelt es an dem für sie typischen beißenden Sarkasmus, denn die sozialen Dissonanzen schweben hier eher in wohlwollend ironischer Leichtigkeit über die Bühne (vgl. Patz Sievers 2018, 357–368).