Literaturkritik in der Weimarer Republik
摘要
Die Revolution von 1918/1919 und die Anfangsjahre der Weimarer Republik fallen im literarischen Feld mit dem Ende des sog. Expressionistischen Jahrzehnts zusammen, das zunächst auch noch die Literaturkritik der Epoche prägt. Die rasch einsetzenden Veränderungen im Kulturbetrieb der Republik spiegeln sich nicht zuletzt auf dem Markt der kritischen Zeitschriften wider, der sich einerseits sichtlich pluralisiert, zugleich aber auch politisch fragmentiert. Während Phänomene der großstädtischen Massenkultur als Gegenstände kritischer Betrachtung wahr- und ernstgenommen werden und den Horizont der Literaturkritik unter dem Paradigma der Neuen Sachlichkeit weiten, beginnen sich zugleich die Fronten der Literaturkämpfe zu verhärten, die entlang den ideologischen Gräben zwischen rechten und linken Gruppierungen, aber auch innerhalb der einzelnen politisch-weltanschaulichen Lager geführt werden. Versuche, das neue Medium Rundfunk als einen Ort des kritisch-demokratischen Zeitgesprächs jenseits printmedialer Echokammern zu etablieren, bleiben weitgehend erfolglos.