Poststrukturalismus beginnt als ein Ereignis vor allem der französischen Philosophie der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts auf dem Boden einer viel größeren und längeren klimatischen Veränderung zu einem entwurzelten Denken während und nach zwei Weltkriegen, dem Zusammenbruch zweier totalitärer Ideologien, Faschismus und Stalinismus, und der intellektuellen Verdichtung zu scheinbar unvermeidlichen anti-religiösen und post-rationalistischen Relativismen. In der Besinnung auf die ‚postmoderne Verfassung‘ humaner Existenz (François Lyotard) nach dem Ende der Glaubwürdigkeit aller überbrückenden und universal vereinigenden Weltanschauungen, jeglicher postulierter (a priori) kategorialer Einheit des menschlichen Geistes, und auf den Trümmern desintegrierender philosophischer Modelle – sei es die der Aufklärung, der rationalistischen Moderne, oder im Vertrauen auf wissenschaftlichen und sozialen Fortschritt – sammeln sich diverse Traditionen des 19. Jahrhunderts zu einem komplexen Phänomen, in dem Friederich Nietzsche, Marxismus und Freud’sche Psychoanalyse genauso Ihre Reminiszenzen feiern wie diverse künstlerische und architektonische postmoderne Expressionen, wissenschaftliche und philosophische Materialismen und semiotische und linguistische, aber auch anthropologische und psychoanalytische Theorien des Strukturalismus, ohne in ihrer alten Integrität zu überdauern (Keller/Daniell 2002).

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Poststrukturalismus

  • Roland Faber

摘要

Poststrukturalismus beginnt als ein Ereignis vor allem der französischen Philosophie der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts auf dem Boden einer viel größeren und längeren klimatischen Veränderung zu einem entwurzelten Denken während und nach zwei Weltkriegen, dem Zusammenbruch zweier totalitärer Ideologien, Faschismus und Stalinismus, und der intellektuellen Verdichtung zu scheinbar unvermeidlichen anti-religiösen und post-rationalistischen Relativismen. In der Besinnung auf die ‚postmoderne Verfassung‘ humaner Existenz (François Lyotard) nach dem Ende der Glaubwürdigkeit aller überbrückenden und universal vereinigenden Weltanschauungen, jeglicher postulierter (a priori) kategorialer Einheit des menschlichen Geistes, und auf den Trümmern desintegrierender philosophischer Modelle – sei es die der Aufklärung, der rationalistischen Moderne, oder im Vertrauen auf wissenschaftlichen und sozialen Fortschritt – sammeln sich diverse Traditionen des 19. Jahrhunderts zu einem komplexen Phänomen, in dem Friederich Nietzsche, Marxismus und Freud’sche Psychoanalyse genauso Ihre Reminiszenzen feiern wie diverse künstlerische und architektonische postmoderne Expressionen, wissenschaftliche und philosophische Materialismen und semiotische und linguistische, aber auch anthropologische und psychoanalytische Theorien des Strukturalismus, ohne in ihrer alten Integrität zu überdauern (Keller/Daniell 2002).