Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befanden sich sowohl die Physik als auch die Mathematik in einer fundamentalen Krise (Burgess 1998, 3). Nachdem die klassische Physik schon als nahezu vollendetes Produkt gegolten hatte (Michelson 1896, 159), begann mit dem Aufkommen der Quantenphysik und Einsteins relativistischer Physik eine Zeit erheblicher Umwälzungen und Unsicherheiten in Bezug auf die Grundlagen. Als Whitehead in diesem Umfeld eine alternative Sichtweise zur Relativitätstheorie Einsteins vorstellte, war Einstein bereits zu weltweitem Ruhm gelangt. Und mit der Veröffentlichung von Science and the Modern World (1925) und Process and Reality (1929) bekannte sich Whitehead zur spekulativen Metaphysik. Damit wurde er in nahezu allen Lagern zu einem Dissidenten (Herstein 2016, 168), geriet als Wissenschaftler zunehmend ins Abseits und wurde in der Physik und der Wissenschaftsphilosophie weitgehend vernachlässigt. Rückblickend muss man einer treuen Gemeinschaft von Prozessphilosophen und -theologen zugutehalten, dass sie sein Erbe lebendig gehalten hat, so dass es mit der Zeit wieder etwas Aufmerksamkeit in der Wissenschaft auf sich ziehen konnte. Heute gewinnen Whiteheads prozessorientierte Ideen an Zugkraft und werden in den Physikfakultäten weltweit ernst genommen.

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Physik

  • Jeroen van Dijk

摘要

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befanden sich sowohl die Physik als auch die Mathematik in einer fundamentalen Krise (Burgess 1998, 3). Nachdem die klassische Physik schon als nahezu vollendetes Produkt gegolten hatte (Michelson 1896, 159), begann mit dem Aufkommen der Quantenphysik und Einsteins relativistischer Physik eine Zeit erheblicher Umwälzungen und Unsicherheiten in Bezug auf die Grundlagen. Als Whitehead in diesem Umfeld eine alternative Sichtweise zur Relativitätstheorie Einsteins vorstellte, war Einstein bereits zu weltweitem Ruhm gelangt. Und mit der Veröffentlichung von Science and the Modern World (1925) und Process and Reality (1929) bekannte sich Whitehead zur spekulativen Metaphysik. Damit wurde er in nahezu allen Lagern zu einem Dissidenten (Herstein 2016, 168), geriet als Wissenschaftler zunehmend ins Abseits und wurde in der Physik und der Wissenschaftsphilosophie weitgehend vernachlässigt. Rückblickend muss man einer treuen Gemeinschaft von Prozessphilosophen und -theologen zugutehalten, dass sie sein Erbe lebendig gehalten hat, so dass es mit der Zeit wieder etwas Aufmerksamkeit in der Wissenschaft auf sich ziehen konnte. Heute gewinnen Whiteheads prozessorientierte Ideen an Zugkraft und werden in den Physikfakultäten weltweit ernst genommen.