Charles Sanders Peirce
摘要
Der Einfluss von Charles Sanders Peirce (1839–1914) auf Whitehead ist recht eigenartig, da die beiden nie eine direkte Beziehung zueinander hatten und sich Whitehead, aufgrund des akademischen Unglücks von Peirce, nie eingehend mit dessen philosophischen Werken befasst hat. Dennoch sind die Ähnlichkeiten in ihrem Denken verblüffend und ihre Existenzen sind auf eine merkwürdige Weise ineinander verwoben, wie viele Gelehrte von Anfang an festgestellt haben. Tatsächlich wurde Charles Sanders Peirce 1839 in Cambridge (Massachusetts) geboren, mehr als zwanzig Jahre vor Whitehead, und starb 1914 in Milford (PA), zehn Jahre bevor Whitehead seine philosophische Karriere in Harvard begann. Sie hatten nie die Gelegenheit einander zu treffen, waren aber mit den Leistungen des jeweils anderen auf den Gebieten der Mathematik und Logik vertraut. In dieser Hinsicht hatte Peirce nie eine hohe Wertschätzung für Whitehead übrig, was wohl auf seine Kritik an Peanos und damit verwandten Theorien zurückzuführen ist. Gleichzeitig gestand er aber ein, dass er nie die Zeit hatte, Whiteheads Werke sorgfältig zu lesen. Es gibt Gründe zu behaupten, dass er Whitehead als einen der interessantesten Philosophen seiner Zeit betrachtete, da er 1913 plante einen wichtigen Aufsatz über Argumentationstheorie an Royce, Dewey, Bradley und Whitehead zu schicken (vgl. Peirce 1967, 684). Seinerseits bezog sich Whitehead in „A Treatise on Universal Algebra“ (vgl. Nubiola 2008, 482) sechs mal auf Peirce und bezeichnete Peirces Logik der Relationen als „the most important contribution to the subject of Symbolic Logic since Boole’s work“ (TUA, 115).