Der Band Die Ziele von Erziehung und Bildung (engl. The Aims of Education and Other Essays, zuerst 1929 in New York und 1936 in London) umfasst eine Sammlung von zehn Essays, die bis auf Kapitel IX auf Vorträge zurückgehen, die Whitehead zwischen 1912 und 1928 hielt. In seiner Gesamtheit bieten sie einen bemerkenswert lebendigen Einblick in Whiteheads Gedanken über Erziehung und Bildung, sowie zentralen erkenntnistheoretischen Vorstellungen, die seine Philosophie prägen. Zwar entwickelt Whitehead keine umfassende Systematik, dennoch entfaltet der Band eine beeindruckende Wirkmächtigkeit indem Whitehead sein Augenmerk zielsicher auf Kernthemen pädagogischer Handlung richtet, die durch seine prozessphilosophische Sichtweise eine deutliche Erweiterung erfahren: Durch seine Kritik an passiven Ideen bzw. totem Wissen, die den gesamten Band durchzieht, nimmt er die aktuelle bildungspolitische Wende zugunsten von Kompetenzen vorweg und zeichnet sie konsequent zu Ende; die Vorstellung vom Geist als lebendigen Organismus räumt auf mit einer Jahrhunderte alten Verkürzung des Bildungsauftrags; die zyklische Struktur gelungener Bildung bildet ein Rahmenkonstrukt, das erlaubt die Mehrzahl heutiger pädagogischen Ansätze zu einem sinnvollen, rhythmischen Ganzen zu verflechten; er betont sowohl die notwendige partnerschaftliche Beziehung zwischen Theorie und Praxis, als auch zwischen philosophischem Denken und der (natur-)wissenschaften Methode als Garanten für Erfolg und Wahrheit; schließlich liefert seine geforderte Ausrichtung von Erziehung und Bildung auf aktive Weisheit bzw. die Kultivierung geistiger Fähigkeit ein Ziel, das die prozessontologische Einstellung konsequent zu Ende führt und aufzeigt, warum wir uns mit weniger nicht zufrieden geben sollten, wenn wir das Postulat der spekulativen Philosophie annehmen.

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The Aims of Education and Other Essays (1929)

  • Sinan von Stietencron

摘要

Der Band Die Ziele von Erziehung und Bildung (engl. The Aims of Education and Other Essays, zuerst 1929 in New York und 1936 in London) umfasst eine Sammlung von zehn Essays, die bis auf Kapitel IX auf Vorträge zurückgehen, die Whitehead zwischen 1912 und 1928 hielt. In seiner Gesamtheit bieten sie einen bemerkenswert lebendigen Einblick in Whiteheads Gedanken über Erziehung und Bildung, sowie zentralen erkenntnistheoretischen Vorstellungen, die seine Philosophie prägen. Zwar entwickelt Whitehead keine umfassende Systematik, dennoch entfaltet der Band eine beeindruckende Wirkmächtigkeit indem Whitehead sein Augenmerk zielsicher auf Kernthemen pädagogischer Handlung richtet, die durch seine prozessphilosophische Sichtweise eine deutliche Erweiterung erfahren: Durch seine Kritik an passiven Ideen bzw. totem Wissen, die den gesamten Band durchzieht, nimmt er die aktuelle bildungspolitische Wende zugunsten von Kompetenzen vorweg und zeichnet sie konsequent zu Ende; die Vorstellung vom Geist als lebendigen Organismus räumt auf mit einer Jahrhunderte alten Verkürzung des Bildungsauftrags; die zyklische Struktur gelungener Bildung bildet ein Rahmenkonstrukt, das erlaubt die Mehrzahl heutiger pädagogischen Ansätze zu einem sinnvollen, rhythmischen Ganzen zu verflechten; er betont sowohl die notwendige partnerschaftliche Beziehung zwischen Theorie und Praxis, als auch zwischen philosophischem Denken und der (natur-)wissenschaften Methode als Garanten für Erfolg und Wahrheit; schließlich liefert seine geforderte Ausrichtung von Erziehung und Bildung auf aktive Weisheit bzw. die Kultivierung geistiger Fähigkeit ein Ziel, das die prozessontologische Einstellung konsequent zu Ende führt und aufzeigt, warum wir uns mit weniger nicht zufrieden geben sollten, wenn wir das Postulat der spekulativen Philosophie annehmen.