„Im Anfang war der Mythus“ (2, 7). Der erste Satz in Peter Camenzind (1904) steht schon fast programmatisch für Hermann Hesses lebenslange Auseinandersetzung mit mythischen Geschichten, die er nicht nur rezipiert, sondern stets auch in sein eigenes Schaffen einwebt. In seinem Notizbuch aus dem Jahr 1907 vermerkt er zu diesem Romananfang: „Zum Satz: ‚Im Anfang war der Mythos‘ vide Keyserling, ‚Unsterblichkeit‘ pag. 55“ (11, 325). Hermann Graf Keyserling führt in seiner Abhandlung über Unsterblichkeit aus, dass Mythen seit jeher dazu gedient hätten, menschliche Grunderfahrungen bildlich zum Ausdruck zu bringen, die sich einer begrifflichen Darstellung entziehen. Damit ist der Verweis auf Keyserlings Überlegungen nicht nur einer der frühesten Belege für Hesses Beschäftigung mit dem Mythos, sondern er gibt auch die Richtung für seine theoretischen Überlegungen zum Thema und deren poetische Umsetzung in seinem Werk vor.

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Mythos

  • Eva Forrester

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„Im Anfang war der Mythus“ (2, 7). Der erste Satz in Peter Camenzind (1904) steht schon fast programmatisch für Hermann Hesses lebenslange Auseinandersetzung mit mythischen Geschichten, die er nicht nur rezipiert, sondern stets auch in sein eigenes Schaffen einwebt. In seinem Notizbuch aus dem Jahr 1907 vermerkt er zu diesem Romananfang: „Zum Satz: ‚Im Anfang war der Mythos‘ vide Keyserling, ‚Unsterblichkeit‘ pag. 55“ (11, 325). Hermann Graf Keyserling führt in seiner Abhandlung über Unsterblichkeit aus, dass Mythen seit jeher dazu gedient hätten, menschliche Grunderfahrungen bildlich zum Ausdruck zu bringen, die sich einer begrifflichen Darstellung entziehen. Damit ist der Verweis auf Keyserlings Überlegungen nicht nur einer der frühesten Belege für Hesses Beschäftigung mit dem Mythos, sondern er gibt auch die Richtung für seine theoretischen Überlegungen zum Thema und deren poetische Umsetzung in seinem Werk vor.