Hesse hat sich an verstreuten Stellen immer wieder über das Lesen, Bücher und die Rolle von Kreativen und Rezeptiven geäußert, ohne jedoch eine einheitliche ‚Theorie‘ zu formulieren. Es lassen sich zu dem Thema vier Schwerpunkte beschreiben: Krisenbewältigung, autodidaktische Bildung, Weltanschauung und Literaturkritik. Das Phänomen des Lesens bewegt ihn besonders, weil er aus der eigenen Lektüre oftmals viel Kraft und Unterstützung zur Bewältigung seiner Lebenskrisen gewinnt. Dieses Motiv sucht er dann später zumindest ansatzweise in seinen gelegentlichen Betrachtungen über das Lesen auch für die Lesenden selbst zu verallgemeinern; während seiner Adoleszenzkrise kooperiert jedoch zunächst die Schullektüre (Homer, Livius, Schiller) mit einer emanzipatorisch angelegten Befreiungslektüre (Heine, Jacobsen, Turgenjew).

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Hesse als Leser

  • Andreas Solbach

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Hesse hat sich an verstreuten Stellen immer wieder über das Lesen, Bücher und die Rolle von Kreativen und Rezeptiven geäußert, ohne jedoch eine einheitliche ‚Theorie‘ zu formulieren. Es lassen sich zu dem Thema vier Schwerpunkte beschreiben: Krisenbewältigung, autodidaktische Bildung, Weltanschauung und Literaturkritik. Das Phänomen des Lesens bewegt ihn besonders, weil er aus der eigenen Lektüre oftmals viel Kraft und Unterstützung zur Bewältigung seiner Lebenskrisen gewinnt. Dieses Motiv sucht er dann später zumindest ansatzweise in seinen gelegentlichen Betrachtungen über das Lesen auch für die Lesenden selbst zu verallgemeinern; während seiner Adoleszenzkrise kooperiert jedoch zunächst die Schullektüre (Homer, Livius, Schiller) mit einer emanzipatorisch angelegten Befreiungslektüre (Heine, Jacobsen, Turgenjew).