Gertrud (1910)
摘要
Hermann Hesses Musikerroman Gertrud (2, 281–435) hat eine vergleichsweise lange Entstehungsgeschichte, die vom Ringen um die richtige Erzählperspektive zeugt. Der definitiven Fassung aus dem Rückblick eines melancholischen Ich-Erzählers, die von September bis November 1909 in Velhagen & Klasings Monatsheften vorabgedruckt wurde und – zum Ärger von Hesses Verleger Samuel Fischer – im Oktober 1910 bei Albert Langen in München als Buch erschien, gingen zwei fragmentarische Entwurfsfassungen in der Er-Form voraus. Sie waren in Gaienhofen in den ersten Jahren seiner Ehe mit Maria Bernoulli 1906/07 und 1907/08 entstanden, in denen sich – trotz literarischen Erfolgen, Haus und Garten, Frau und Kind – keine Zufriedenheit einstellen wollte, und reflektieren noch schwelende Erlebnisse der (mittleren) Basler Zeit. Das 1909 gekürzte und überarbeitete erste Kapitel der Urfassung von Gertrud erschien im Mai 1913 unter dem Titel Fragment aus der Jugendzeit ebenfalls in Velhagen & Klasings Monatsheften und danach noch öfter in Zeitungen und Zeitschriften; die Erst- und die Zweitfassung des Romans wurden vom Autor nie in eines seiner Bücher integriert (vgl. Michels; 2, 566 f.).