Das vorliegende Kapitel gibt zunächst einen kurzen Überblick über das Konzept der musikalischen Textur, verschiedene musiktheoretische Konzepte des Begriffs der Stimme und die relevante Terminologie über den gegenwärtigen Stand der Forschung und des Diskurses. Dabei werden verschiedene Komponenten musikalischer Textur kategorisiert und dargestellt – darunter die monophone Linie, die mehr als eine Stimme darstellt (Pseudopolyphonie), die Abfolge blockhafter Akkorde, die als einzelne »Akkord-Stimme « anzusehen ist, und das Klangmassen-Element mit statistischem Tonhöhengehalt das als Einzel-»Stimme« aufgefasst wird. Anschließend wird eine wahrnehmungsorientierte, an Albert Bregmans Auditory Scene Analysis (Bregman 1990) anknüpfende Perspektive eingenommen: Wahrnehmungsprinzipien des auditorischen Streaming (ebd.) werden dabei im Hinblick auf das spezifische Problem von Stimmführung und Stimmentrennung (»voice segregation«) untersucht. Anhand mehrerer Beispielanalysen vom Barock bis zum 20. Jahrhundert kommen schließlich unterschiedliche strukturelle und perzeptuelle Stimmführungsfaktoren zur Sprache.

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Textur, Stimme und Streaming

  • Costas Tsougras,
  • Emilios Cambouropoulos

摘要

Das vorliegende Kapitel gibt zunächst einen kurzen Überblick über das Konzept der musikalischen Textur, verschiedene musiktheoretische Konzepte des Begriffs der Stimme und die relevante Terminologie über den gegenwärtigen Stand der Forschung und des Diskurses. Dabei werden verschiedene Komponenten musikalischer Textur kategorisiert und dargestellt – darunter die monophone Linie, die mehr als eine Stimme darstellt (Pseudopolyphonie), die Abfolge blockhafter Akkorde, die als einzelne »Akkord-Stimme « anzusehen ist, und das Klangmassen-Element mit statistischem Tonhöhengehalt das als Einzel-»Stimme« aufgefasst wird. Anschließend wird eine wahrnehmungsorientierte, an Albert Bregmans Auditory Scene Analysis (Bregman 1990) anknüpfende Perspektive eingenommen: Wahrnehmungsprinzipien des auditorischen Streaming (ebd.) werden dabei im Hinblick auf das spezifische Problem von Stimmführung und Stimmentrennung (»voice segregation«) untersucht. Anhand mehrerer Beispielanalysen vom Barock bis zum 20. Jahrhundert kommen schließlich unterschiedliche strukturelle und perzeptuelle Stimmführungsfaktoren zur Sprache.