Obwohl Christoph Schlingensief bereits bei dem Fernsehfilm Schafe in Wales (Deutschland 1988), der Mockumentary Tod eines Weltstars – Portrait Udo Kier (Deutschland 1992) sowie einigen kurzen satirischen Beiträgen für das Politmagazin ZAK (WDR, 1988–1993; ARD, 1993–1996) Anfang der 1990er Jahre für das bundesdeutsche Fernsehen gearbeitet hatte (s. Kap. 34), stellt Talk 2000 (1997) doch eine Zäsur in seinem Œuvre dar: Damit begann Schlingensiefs Arbeit an genuinen Rundfunktraditionen wie der Talkshow (Talk 2000), der Spielshow (U3000), der Talentshow (Freakstars 3000) und der Pilotfolge (DIE PILOTEN; s. Kap. 31, 32 und 33). Zudem wird er erstmals einem breiteren Publikum bekannt, das sich nicht für deutsches Undergroundkino und Theater interessiert (vgl. Seeßlen 2017, 135). Alle diese Sendungen sind Parodien beliebter Fernsehgenres, deren Konventionen Schlingensief vorführt, überstrapaziert, sie so zur Kenntlichkeit entstellt und der Lächerlichkeit preisgibt. Er übt performative Kritik (vgl. Nestler 2011) am Fernsehen im Fernsehen und im Fall von Talk 2000 an der Talkshow mit einer Talkshow.

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Talk 2000

  • Peter Scheinpflug

摘要

Obwohl Christoph Schlingensief bereits bei dem Fernsehfilm Schafe in Wales (Deutschland 1988), der Mockumentary Tod eines Weltstars – Portrait Udo Kier (Deutschland 1992) sowie einigen kurzen satirischen Beiträgen für das Politmagazin ZAK (WDR, 1988–1993; ARD, 1993–1996) Anfang der 1990er Jahre für das bundesdeutsche Fernsehen gearbeitet hatte (s. Kap. 34), stellt Talk 2000 (1997) doch eine Zäsur in seinem Œuvre dar: Damit begann Schlingensiefs Arbeit an genuinen Rundfunktraditionen wie der Talkshow (Talk 2000), der Spielshow (U3000), der Talentshow (Freakstars 3000) und der Pilotfolge (DIE PILOTEN; s. Kap. 31, 32 und 33). Zudem wird er erstmals einem breiteren Publikum bekannt, das sich nicht für deutsches Undergroundkino und Theater interessiert (vgl. Seeßlen 2017, 135). Alle diese Sendungen sind Parodien beliebter Fernsehgenres, deren Konventionen Schlingensief vorführt, überstrapaziert, sie so zur Kenntlichkeit entstellt und der Lächerlichkeit preisgibt. Er übt performative Kritik (vgl. Nestler 2011) am Fernsehen im Fernsehen und im Fall von Talk 2000 an der Talkshow mit einer Talkshow.