Kulturwissenschaft – ein Begriff, der nach akademisch-disziplinärer Verfasstheit klingt und doch keinen Zweifel daran lässt, disziplinäre Einfassungen zu sprengen. Welche Wissenschaftsform sollte methodologisch und epistemologisch in der Lage sein, das im besten Sinne unfassbare Untersuchungsobjekt ‚Kultur‘ in angemessener Weise zu durchdringen? Und anhand welcher Referenzen wäre eine disziplinäre Angemessenheit in diesem Fall zu überprüfen? Zugespitzt: Das Vorhaben, Kultur durch eine akademische Disziplin als abgrenzbares Beobachtungsfeld zu erforschen, kann wohl nur dazu führen, Kultur mit einem hegemonialen Anspruch dingfest zu machen. Wer Kulturwissenschaft als singuläre Disziplin veranschlagt, muss zugleich bestimmen können, was er unter Kultur versteht – und was nicht. Beliebt ist daher geworden, das kulturwissenschaftliche Interesse ebenso weit wie unverbindlich zu fassen, mit der Folge, dass eine ‚Definition‘ vorgelegt wird, die sowohl methodologisch als auch gegenstandsbezogen kaum mehr etwas auszuschließen vermag: „Kultur als Gewebe von Bedeutungen, die es zu interpretieren gilt“ (Leggewie u.a. 2012, 13), lautet einer der Versuche. Hinzu kommt, dass Kulturwissenschaft nachfolgend nicht allein hinsichtlich ihrer disziplinären Möglichkeiten, sondern auch in ihrer Verknüpfung mit designwissenschaftlichen Ansätzen vorgestellt wird. Es geht also nicht um eine festzurrende Bestimmung der Kulturwissenschaft als Fach, sondern um ein Offenlegen jener diskursiven Varianten, mit denen kultur- und designwissenschaftliche Ansätze aufeinander bezogen werden.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Kulturwissenschaft

  • Daniel Hornuff

摘要

Kulturwissenschaft – ein Begriff, der nach akademisch-disziplinärer Verfasstheit klingt und doch keinen Zweifel daran lässt, disziplinäre Einfassungen zu sprengen. Welche Wissenschaftsform sollte methodologisch und epistemologisch in der Lage sein, das im besten Sinne unfassbare Untersuchungsobjekt ‚Kultur‘ in angemessener Weise zu durchdringen? Und anhand welcher Referenzen wäre eine disziplinäre Angemessenheit in diesem Fall zu überprüfen? Zugespitzt: Das Vorhaben, Kultur durch eine akademische Disziplin als abgrenzbares Beobachtungsfeld zu erforschen, kann wohl nur dazu führen, Kultur mit einem hegemonialen Anspruch dingfest zu machen. Wer Kulturwissenschaft als singuläre Disziplin veranschlagt, muss zugleich bestimmen können, was er unter Kultur versteht – und was nicht. Beliebt ist daher geworden, das kulturwissenschaftliche Interesse ebenso weit wie unverbindlich zu fassen, mit der Folge, dass eine ‚Definition‘ vorgelegt wird, die sowohl methodologisch als auch gegenstandsbezogen kaum mehr etwas auszuschließen vermag: „Kultur als Gewebe von Bedeutungen, die es zu interpretieren gilt“ (Leggewie u.a. 2012, 13), lautet einer der Versuche. Hinzu kommt, dass Kulturwissenschaft nachfolgend nicht allein hinsichtlich ihrer disziplinären Möglichkeiten, sondern auch in ihrer Verknüpfung mit designwissenschaftlichen Ansätzen vorgestellt wird. Es geht also nicht um eine festzurrende Bestimmung der Kulturwissenschaft als Fach, sondern um ein Offenlegen jener diskursiven Varianten, mit denen kultur- und designwissenschaftliche Ansätze aufeinander bezogen werden.