Der Theist scheint in einem Trilemma zu stecken (vgl. Kanitscheider 1996, 176 f.): Er kann entweder, wie im transzendentalphilosophischen Ansatz, den Theismus zur absoluten Transzendenz hin radikalisieren (vgl. Kanitscheider 1996, 176 f.); oder er kann Gott, supranaturalistisch oder idealistisch, als „in der Natur auf verborgene Weise mitwirkende Entität“ (Kanitscheider 1996, 177) konzipieren. Oder er versteht Gott ‚pantheistisch‘, dann stellt der Theismus (nur) „eine erhabenere Etikette für die Struktur der Ereignisse der Welt dar“ (Kanitscheider 1996, 176).Angesichts der erheblichen Schwierigkeiten der ersten beiden Möglichkeiten lohnt es sich, den dritten Weg genauer zu betrachten – denn er scheint in der Tat aussichtsreicher.In diesem Fall legt der Theismus konsequent seinen metaphysischen Erklärungsanspruch ab. Zumindest würde dieser mit dem Hinweis auf seine erklärungslogische Überflüssigkeit zurückgewiesen werden können. Theismus wäre dann recht verstanden nichts anderes als eine subjektiv bzw. existenziell-wertende Deutung der naturalistisch erklärten Welt, die auf den Ursprung und Grund des Ganzen zielt und das eigene Leben von diesem Grund und Ganzen her versteht.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Theismus und Naturalismus

  • Martin Schmuck

摘要

Der Theist scheint in einem Trilemma zu stecken (vgl. Kanitscheider 1996, 176 f.): Er kann entweder, wie im transzendentalphilosophischen Ansatz, den Theismus zur absoluten Transzendenz hin radikalisieren (vgl. Kanitscheider 1996, 176 f.); oder er kann Gott, supranaturalistisch oder idealistisch, als „in der Natur auf verborgene Weise mitwirkende Entität“ (Kanitscheider 1996, 177) konzipieren. Oder er versteht Gott ‚pantheistisch‘, dann stellt der Theismus (nur) „eine erhabenere Etikette für die Struktur der Ereignisse der Welt dar“ (Kanitscheider 1996, 176).Angesichts der erheblichen Schwierigkeiten der ersten beiden Möglichkeiten lohnt es sich, den dritten Weg genauer zu betrachten – denn er scheint in der Tat aussichtsreicher.In diesem Fall legt der Theismus konsequent seinen metaphysischen Erklärungsanspruch ab. Zumindest würde dieser mit dem Hinweis auf seine erklärungslogische Überflüssigkeit zurückgewiesen werden können. Theismus wäre dann recht verstanden nichts anderes als eine subjektiv bzw. existenziell-wertende Deutung der naturalistisch erklärten Welt, die auf den Ursprung und Grund des Ganzen zielt und das eigene Leben von diesem Grund und Ganzen her versteht.