Der Artikel behandelt die Frage, ob wir aufgrund von Gottesbeweisen um die Existenz eines göttlichen Wesens wissen, und beantwortet sie negativ (selbst das Scheitern aller Gottesbeweise zeigte jedoch nicht, dass es kein göttliches Wesens gibt). Dazu werden die meistdiskutierten Gottesbeweise analysiert und ihre Schwachstellen offengelegt. Insbesondere werden die ontologischen Beweise von Anselm, Descartes und Leibniz behandelt sowie der modallogische Beweis Gödels. Letzterer erweist sich zwar als formal korrekt (und zeigt somit u.a., dass der häufig erhobene und auf Frege zurückgeführte Einwand „Existenz ist kein Prädikat“ im Sinne von „Es gibt kein Existenzprädikat“ ins Leere läuft), Gödels Beweis postuliert die Konsistenz von Gottes Eigenschaften aber nur, ohne sie zu beweisen, und verschiebt damit lediglich das Problem. Ebenfalls werden im Beitrag die kosmologischen Gottesbeweise des Thomas von Aquin erörtert sowie der aus der islamischen Tradition stammende und auch noch aktuell diskutierte Kalām-Beweis. Die Diskussion um den teleologischen Gottesbeweis wird ausgehend von Thomas’ ‚fünftem Weg‘ über Hume, Paley, Darwin und Swinburne bis hin zur aktuellen Diskussion um Gottesbeweise verfolgt, die vom Phänomen der ‚Feinabstimmung‘ ausgehen.

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Gotteserkenntnis und Gottesbeweise

  • Joachim Bromand

摘要

Der Artikel behandelt die Frage, ob wir aufgrund von Gottesbeweisen um die Existenz eines göttlichen Wesens wissen, und beantwortet sie negativ (selbst das Scheitern aller Gottesbeweise zeigte jedoch nicht, dass es kein göttliches Wesens gibt). Dazu werden die meistdiskutierten Gottesbeweise analysiert und ihre Schwachstellen offengelegt. Insbesondere werden die ontologischen Beweise von Anselm, Descartes und Leibniz behandelt sowie der modallogische Beweis Gödels. Letzterer erweist sich zwar als formal korrekt (und zeigt somit u.a., dass der häufig erhobene und auf Frege zurückgeführte Einwand „Existenz ist kein Prädikat“ im Sinne von „Es gibt kein Existenzprädikat“ ins Leere läuft), Gödels Beweis postuliert die Konsistenz von Gottes Eigenschaften aber nur, ohne sie zu beweisen, und verschiebt damit lediglich das Problem. Ebenfalls werden im Beitrag die kosmologischen Gottesbeweise des Thomas von Aquin erörtert sowie der aus der islamischen Tradition stammende und auch noch aktuell diskutierte Kalām-Beweis. Die Diskussion um den teleologischen Gottesbeweis wird ausgehend von Thomas’ ‚fünftem Weg‘ über Hume, Paley, Darwin und Swinburne bis hin zur aktuellen Diskussion um Gottesbeweise verfolgt, die vom Phänomen der ‚Feinabstimmung‘ ausgehen.