Der Artikel beginnt mit einem Überblick zu Ursprung und Geschichte der Verwendung des Begriffs Religionsphilosophie. Unübersehbar ist hierbei, dass die Sache dessen, was in der Tradition der europäischen Moderne vielfach unter diesem Titel firmiert, wesentlich älter ist als dieser selbst; ferner, dass diese über weite Strecken identische Sache von Beginn an unter variierenden Bezeichnungen (Natürliche Theologie, Philosophische Theologie, Metaphysik etc.) aufgetreten ist – und noch auftritt. Im Anschluss daran wird gezeigt, dass die fortgesetzte Suche nach einer Definition des Religionsbegriffs trotz aller bisherigen Rückschläge nicht nur aus gesellschafts- und kulturpolitischen (Stichwort interreligiöse und/oder interkulturelle Verständigung), sondern auch aus erkenntnistheoretisch systematischen bzw. wissenschaftspragmatischen Gründen nach wie vor möglich und wichtig erscheint; außerdem erweist sich vieles selbst dann problemlos als religiös identifizierbar (z.B. der Gottesglaube oder das Gebet), wenn sich diese Identifikation keiner Realdefinition des identifizierten Phänomens verdankt. Drittens wird der Philosophiebegriff expliziert, und zwar aus dezidiert theologischer Perspektive, d.h. im Sinne einer Selbstunterscheidung: Theologie ist, theologisch geurteilt, Selbstauslegung des Denkens als Glaube im Verhältnis zu (etwas als) Gott, Philosophie Selbstauslegung des Denkens als eines solchen im Verhältnis zum (bzw. zu etwas als) Sein. Theologen und Theologinnen (hier primär: christlicher Provenienz) fragen ferner – und zwar ausschließlich – nach dem in Wahrheit Christlichen; Philosophen und Philosophinnen hingegen, ob das als in Wahrheit christlich Erkannte wahr, mindestens aber zu glauben rational ist.

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Religionsphilosophie, Religion, Theologie

  • Heiko Schulz

摘要

Der Artikel beginnt mit einem Überblick zu Ursprung und Geschichte der Verwendung des Begriffs Religionsphilosophie. Unübersehbar ist hierbei, dass die Sache dessen, was in der Tradition der europäischen Moderne vielfach unter diesem Titel firmiert, wesentlich älter ist als dieser selbst; ferner, dass diese über weite Strecken identische Sache von Beginn an unter variierenden Bezeichnungen (Natürliche Theologie, Philosophische Theologie, Metaphysik etc.) aufgetreten ist – und noch auftritt. Im Anschluss daran wird gezeigt, dass die fortgesetzte Suche nach einer Definition des Religionsbegriffs trotz aller bisherigen Rückschläge nicht nur aus gesellschafts- und kulturpolitischen (Stichwort interreligiöse und/oder interkulturelle Verständigung), sondern auch aus erkenntnistheoretisch systematischen bzw. wissenschaftspragmatischen Gründen nach wie vor möglich und wichtig erscheint; außerdem erweist sich vieles selbst dann problemlos als religiös identifizierbar (z.B. der Gottesglaube oder das Gebet), wenn sich diese Identifikation keiner Realdefinition des identifizierten Phänomens verdankt. Drittens wird der Philosophiebegriff expliziert, und zwar aus dezidiert theologischer Perspektive, d.h. im Sinne einer Selbstunterscheidung: Theologie ist, theologisch geurteilt, Selbstauslegung des Denkens als Glaube im Verhältnis zu (etwas als) Gott, Philosophie Selbstauslegung des Denkens als eines solchen im Verhältnis zum (bzw. zu etwas als) Sein. Theologen und Theologinnen (hier primär: christlicher Provenienz) fragen ferner – und zwar ausschließlich – nach dem in Wahrheit Christlichen; Philosophen und Philosophinnen hingegen, ob das als in Wahrheit christlich Erkannte wahr, mindestens aber zu glauben rational ist.