Die existenzielle Krise der EU: Ein selbstverschuldeter Niedergang
摘要
Die sich vertiefende Krise der Europäischen Union wird an einem entscheidenden Wendepunkt ihrer Entwicklung nach dem Kalten Krieg untersucht. Anders als frühere Herausforderungen, die vor allem durch äußere Bedrohungen geprägt waren, ist die aktuelle Notlage der EU in erster Linie selbstverschuldet, angetrieben durch interne Fragmentierung, strategische Inkohärenz und geopolitische Fehlkalkulationen. Es wird argumentiert, dass im Zentrum dieser Krise das schwankende Engagement der EU für die Ukraine steht, bei dem anfängliche Bekenntnisse zu dauerhafter Unterstützung einem strategischen Abdriften und dem Fehlen einer kohärenten Nachkriegsvision gewichen sind. Diese interne Uneinigkeit wird durch äußere Zwänge verstärkt, insbesondere durch die Neuausrichtung der US-Außenpolitik unter einer zweiten Amtszeit Trumps. Dies hat Europas anhaltende sicherheitspolitische Abhängigkeit offengelegt und die Ambitionen auf strategische Autonomie untergraben. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Kapitel dargelegt, dass der Zerfall der anfänglichen Geschlossenheit unter den EU-Mitgliedstaaten, die zwischen westlicher wirtschaftlicher Vorsicht und östlicher sicherheitspolitischer Dringlichkeit gespalten sind, die EU militärisch unvorbereitet, wirtschaftlich verwundbar und diplomatisch marginalisiert zurückgelassen hat. Angesichts zunehmender interner Uneinigkeit und äußerer Zwänge muss die EU dringend ihre strategische Zerrissenheit überwinden, um nicht global in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen.