Bewegte Körper, bewegte Vergangenheiten
摘要
Um das Verhältnis zwischen Erinnern und Zugehörigkeit unter britisch-bangladeschischen Frauen weiter zu erfassen, wird dieses Kapitel konzeptualisieren, wie der Körper in solche Prozessen impliziert ist. Die Körper britisch-bangladeschischer Frauen standen im Mittelpunkt politischer Prozesse in Südasien, darunter die Teilung Britisch-Indiens 1947 und der Befreiungskrieg Bangladeschs 1971, die schließlich zu ihrer Migration führten. Auch nach der Migration nach Großbritannien waren ihre Körper zentral, da sie staatlichen Regulierungen, Wohnraumüberbelegungen, Rassismus, Islamfeindlichkeit sowie den internen Identitäts- und Religionspolitiken innerhalb der Diaspora ausgesetzt waren. Ihre Körper sind jedoch ebenso ein bedeutender und produktiver Ausgangspunkt für Prozesse kultureller Bewahrung und den Austausch alltäglicher Praktiken wie Kochen, Sprache, Gebet, Gesang und Tanz. Dieses Kapitel schlägt das Spektrum vom professionellen bis zum sozialen Tanz als Formen verkörperten Erinnerns vor und bietet Einblicke in Identifikationsprozesse. Eine dreifache Typologie des Produzierens, Praktizierens und Seins verkörperter Erinnerung wird die Funktionsweise des Tanzes als mnemotechnische Praxis weiter veranschaulichen. Die Lesenden werden darauf vorbereitet, Tanz zu begegnen, der die reisende Natur von Erinnerungen greifbar macht, ohne sie je zu fixieren.