Die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten haben Erwachsenenbildung (EB) als Notwendigkeit und Verpflichtung anerkannt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass vielen Erwachsenen weltweit, vor allem im Globalen Süden und insbesondere in Südafrika, während des Kolonialismus und der Apartheid der Zugang zu formaler Bildung verwehrt blieb. Seit der Demokratisierung Südafrikas haben viele dieser Erwachsenen Zugang zu Bildung erhalten. Dennoch bleibt diese Bildung, insbesondere ihre pädagogische Ausrichtung, weiterhin stark vom Erbe des Kolonialismus, der Apartheid und einer allgegenwärtigen Kolonialität geprägt. Die pädagogischen Ansätze bevorzugen häufig Wissens-, Seins- und Wertemuster der Kolonisator_innen, während die der kolonisierten Völker marginalisiert oder unterdrückt werden, was die Dehumanisierung der Unterdrückten zur Folge hat. In diesem Kapitel schlage ich die dekoloniale Liebe als einen transformativen pädagogischen Ansatz vor, den Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung bei der Erfüllung ihres Bildungsauftrags nutzen können – nämlich Lernende in ihrem Streben nach epistemischem, menschlichem, sozialem und öffentlichem Wohl zu unterstützen. Ich argumentiere, dass ein solcher pädagogischer Ansatz sowohl zur Rehumanisierung der Dehumanisierenden als auch der Dehumanisierten beitragen kann. Ebenso postuliere ich, dass Lehrkräfte, wenn sie ihre pädagogischen Orientierungen hin zu dekolonialen und inklusiveren Praktiken ändern, sich in einem Prozess des „dekolonialen Aufbrechens“ befinden. Dieser Prozess ermöglicht es ihnen, das Leben in kleinen Räumen wie Lehr- und Lernräumen neu zu imaginieren, in der Hoffnung, dass sie damit einen Beitrag dazu leisten können, das Große durch das Kleine zu transformieren.

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Dekoloniale Liebe (im Gegensatz zur „Pädagogischen Liebe“): Auf dem Weg zu inklusiven Lehr- und Lernerfahrungen für erwachsene Lernende

  • Paul Maluleka

摘要

Die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten haben Erwachsenenbildung (EB) als Notwendigkeit und Verpflichtung anerkannt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass vielen Erwachsenen weltweit, vor allem im Globalen Süden und insbesondere in Südafrika, während des Kolonialismus und der Apartheid der Zugang zu formaler Bildung verwehrt blieb. Seit der Demokratisierung Südafrikas haben viele dieser Erwachsenen Zugang zu Bildung erhalten. Dennoch bleibt diese Bildung, insbesondere ihre pädagogische Ausrichtung, weiterhin stark vom Erbe des Kolonialismus, der Apartheid und einer allgegenwärtigen Kolonialität geprägt. Die pädagogischen Ansätze bevorzugen häufig Wissens-, Seins- und Wertemuster der Kolonisator_innen, während die der kolonisierten Völker marginalisiert oder unterdrückt werden, was die Dehumanisierung der Unterdrückten zur Folge hat. In diesem Kapitel schlage ich die dekoloniale Liebe als einen transformativen pädagogischen Ansatz vor, den Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung bei der Erfüllung ihres Bildungsauftrags nutzen können – nämlich Lernende in ihrem Streben nach epistemischem, menschlichem, sozialem und öffentlichem Wohl zu unterstützen. Ich argumentiere, dass ein solcher pädagogischer Ansatz sowohl zur Rehumanisierung der Dehumanisierenden als auch der Dehumanisierten beitragen kann. Ebenso postuliere ich, dass Lehrkräfte, wenn sie ihre pädagogischen Orientierungen hin zu dekolonialen und inklusiveren Praktiken ändern, sich in einem Prozess des „dekolonialen Aufbrechens“ befinden. Dieser Prozess ermöglicht es ihnen, das Leben in kleinen Räumen wie Lehr- und Lernräumen neu zu imaginieren, in der Hoffnung, dass sie damit einen Beitrag dazu leisten können, das Große durch das Kleine zu transformieren.