Verortung einer liebebasierten Pädagogik im Zweit- und Fremdsprachenunterricht (L2: Theoretische Grundlagen und Ansätze zur Implementierung)
摘要
Der Unterricht in der Zweit- und Fremdsprache (L2) gilt als eine der emotional intensivsten Lehrtätigkeiten, in der eine Vielzahl von Emotionen eine zentrale Rolle spielt. Mit dem Aufkommen der Positiven Psychologie (PP) hat insbesondere das Potenzial positiver Emotionen und Praktiken zunehmende wissenschaftliche Aufmerksamkeit erlangt. In diesem Kontext rückt die Pädagogische Liebe, ein einflussreiches Konzept der positiven Bildung, verstärkt in den Fokus der L2-Forschung und -Didaktik. Allerdings wurde bislang weitgehend übersehen, wie dieser Ansatz konkret in L2-Unterrichtskontexten kultiviert und umgesetzt werden kann. Während sich aktuelle Studien vorrangig mit der Konzeptualisierung und Dimensionalisierung der Pädagogischen Liebe befassen, bleibt ihre praktische Anwendung bislang unzureichend untersucht. Um diese Forschungslücke zu schließen, entwickelt das vorliegende konzeptionelle Kapitel eine praxisorientierte Agenda für die Implementierung der liebenden Pädagogik im L2-Unterricht auf Grundlage bestehender Theorien und empirischer Erkenntnisse. Konkret werden verschiedene Unterrichtspraktiken, methodische Zugänge und Strategien für die Einführung einer Pädagogik der Liebe in den L2-Unterricht aufgezeigt. Insbesondere wird der Einsatz didaktischer Praktiken empfohlen, die die zwischenmenschlichen Kommunikationsfähigkeiten der Lernenden, ihre Multimediakompetenz, positive Beziehungen im Unterrichtsgeschehen sowie individuelle Stärken gezielt fördern. Darüber hinaus betrachtet der Autor lerner:innenzentrierte Herangehensweisen als zentrale Voraussetzung für die Verankerung einer Pädagogik der Liebe (auch als Pädagogische Liebe, liebende Pädagogik oder liebesbasierte Pädagogik bezeichnet) im L2-Unterricht. Vor diesem Hintergrund leistet die vorliegende Untersuchung einen wichtigen Beitrag für LehrkräfteLehrkraft im Bereich EFL/ESL, Sprachlernende, Bildungsplaner:innen, Bildungspolitiker:innen sowie Forschende, die ihr Verständnis für die Pädagogik der Liebe und deren vielfältige Implikationen für Forschung und Praxis vertiefen möchten. Abschließend werden Empfehlungen für zukünftige Forschung formuliert, um bestehende Forschungslücken systematisch zu schließen.