Nietzsche bezeichnete seine eigene Philosophie als „umgedrehten Platonismus“ und bemühte sich nachdrücklich, das Sein zurück in den Bereich des Werdens zu „ziehen“. In diesem Kapitel widme ich mich daher Nietzsches Umkehrung des Platonismus, der zufolge die Ewigkeit eine Nachahmung oder Übertreibung der Zeit ist, und setze mich zudem mit dem Thema des Heroismus aus der Perspektive Nietzsches auseinander. Dabei beabsichtige ich, eine Alternative sowohl zur heroischen als auch zur platonischen Lösung der Unsterblichkeit zu untersuchen, während ich zugleich versuche, über Diotimas Rede im Symposion zu Platons Lösung zurückzukehren. Anschließend entwerfe ich einen Mythos, Die Allegorie der Steinschieber, in dem ich die Hauptelemente der Ontologie der philo-zophoi zusammenführe und die tiefe existenzielle Krise derjenigen hervorhebe, deren Unsterblichkeitsprojekt zum Scheitern verurteilt ist. Ich vertrete die Auffassung, dass diese Interpretation nicht nur die existenzielle Unruhe der antiken griechischen Kultur offenlegt, sondern darüber hinaus repräsentativ für die menschliche Existenz ist.

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Gefangen zwischen Werden und Sein

  • Manuel Cojocaru

摘要

Nietzsche bezeichnete seine eigene Philosophie als „umgedrehten Platonismus“ und bemühte sich nachdrücklich, das Sein zurück in den Bereich des Werdens zu „ziehen“. In diesem Kapitel widme ich mich daher Nietzsches Umkehrung des Platonismus, der zufolge die Ewigkeit eine Nachahmung oder Übertreibung der Zeit ist, und setze mich zudem mit dem Thema des Heroismus aus der Perspektive Nietzsches auseinander. Dabei beabsichtige ich, eine Alternative sowohl zur heroischen als auch zur platonischen Lösung der Unsterblichkeit zu untersuchen, während ich zugleich versuche, über Diotimas Rede im Symposion zu Platons Lösung zurückzukehren. Anschließend entwerfe ich einen Mythos, Die Allegorie der Steinschieber, in dem ich die Hauptelemente der Ontologie der philo-zophoi zusammenführe und die tiefe existenzielle Krise derjenigen hervorhebe, deren Unsterblichkeitsprojekt zum Scheitern verurteilt ist. Ich vertrete die Auffassung, dass diese Interpretation nicht nur die existenzielle Unruhe der antiken griechischen Kultur offenlegt, sondern darüber hinaus repräsentativ für die menschliche Existenz ist.