Kindbezogene Risikofaktoren: Auswirkungen auf die psychische Gesundheit im frühen Kindesalter
摘要
Dieses Kapitel konzentriert sich auf kindbezogene Faktoren, die eine Rolle bei Anpassung und Fehlanpassung spielen, insbesondere das kindliche Temperament und die Bindungssicherheit. Zunächst wird die Evidenz dafür dargestellt, dass sowohl die reaktive, negative Affektivität (NA) als auch die regulativen Komponenten, die Anstrengungskontrolle (engl. effortful control=EC), des Temperaments Risikofaktoren für externalisierende und internalisierende Störungen darstellen und sowohl direkte als auch indirekte Effekte auf beide Störungstypen haben. Die indirekten Effekte zeigen zudem, dass NA und EC als Mechanismen fungieren, über die Faktoren aus anderen Bereichen (z. B. Erziehungsverhalten) zu kindlichen Ergebnissen führen. Anschließend wird die Rolle eines weiteren Aspekts des Temperaments, der sensorischen Regulation (SR), als Risikofaktor betrachtet. Die SR wurde in der entwicklungspsychopathologischen Forschung bislang vernachlässigt, es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sie mit beiden Störungstypen in Zusammenhang steht. Abschließend wird die Rolle der Bindungssicherheit als Risikofaktor beleuchtet. Frühere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Bindungssicherheit ebenfalls sowohl direkte als auch indirekte, durch die kindliche EC vermittelte Effekte auf die Psychopathologie im frühen Kindesalter hat. Abschließend werden die Einschränkungen früherer Studien beschrieben und erläutert, wie die PACT-Studie konzipiert wurde, um einige dieser Limitationen zu überwinden.