Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende Literatur zu den Zusammenhängen zwischen elterlicher Depression, elterlichem Erziehungsverhalten und -einstellungen sowie psychischen Gesundheitsergebnissen. Die Forschung belegt durchgängig kleine bis mittlere Effekte elterlicher Depression auf internalisierende und externalisierende Symptome bei Kindern. Erklärungen für diese Effekte umfassen die genetische Übertragung, den sozial-kognitiven Einfluss elterlicher Modellierung depressiver Affekte und negativer Attributionen sowie ein Erziehungsverhalten, das durch unzureichende Sensibilität für die emotionalen Signale der Kinder sowie durch vermehrte Kritik und Strenge gekennzeichnet ist. Einige Forschende finden stärkere Zusammenhänge zwischen elterlicher Depression und externalisierenden Störungen; andere berichten von stärkeren Effekten auf internalisierende Störungen. Elterliche Depression dient somit als gutes Beispiel für das entwicklungspsychopathologische Konzept der Multifinalität, bei dem derselbe Risikofaktor bei verschiedenen Kindern zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Erziehungsverhalten wird sowohl als Mediator dieser Unterschiede als auch als unabhängiger Risikofaktor mit signifikanten direkten Effekten auf die kindlichen Ergebnisse betrachtet. Forschende finden Zusammenhänge zwischen hohem Maß an elterlicher Feindseligkeit und vermehrten externalisierenden Symptomen sowie zwischen geringer elterlicher Wärme und erhöhten internalisierenden Problemen. Ein Mangel an Autonomiegewährung durch die Eltern scheint mit der Entwicklung von Angstsymptomen bei Kindern in Zusammenhang zu stehen. Sowohl elterliche Depression als auch Erziehungsverhalten zeigen zudem indirekte Effekte auf kindliche Ergebnisse über kindliche Variablen wie Bindung und Temperament.

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Eltern- und Erziehungsrisikofaktoren: Auswirkungen auf die psychische Gesundheit im frühen Kindesalter

  • Karen R. Gouze,
  • Joyce Hopkins,
  • John V. Lavigne

摘要

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende Literatur zu den Zusammenhängen zwischen elterlicher Depression, elterlichem Erziehungsverhalten und -einstellungen sowie psychischen Gesundheitsergebnissen. Die Forschung belegt durchgängig kleine bis mittlere Effekte elterlicher Depression auf internalisierende und externalisierende Symptome bei Kindern. Erklärungen für diese Effekte umfassen die genetische Übertragung, den sozial-kognitiven Einfluss elterlicher Modellierung depressiver Affekte und negativer Attributionen sowie ein Erziehungsverhalten, das durch unzureichende Sensibilität für die emotionalen Signale der Kinder sowie durch vermehrte Kritik und Strenge gekennzeichnet ist. Einige Forschende finden stärkere Zusammenhänge zwischen elterlicher Depression und externalisierenden Störungen; andere berichten von stärkeren Effekten auf internalisierende Störungen. Elterliche Depression dient somit als gutes Beispiel für das entwicklungspsychopathologische Konzept der Multifinalität, bei dem derselbe Risikofaktor bei verschiedenen Kindern zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Erziehungsverhalten wird sowohl als Mediator dieser Unterschiede als auch als unabhängiger Risikofaktor mit signifikanten direkten Effekten auf die kindlichen Ergebnisse betrachtet. Forschende finden Zusammenhänge zwischen hohem Maß an elterlicher Feindseligkeit und vermehrten externalisierenden Symptomen sowie zwischen geringer elterlicher Wärme und erhöhten internalisierenden Problemen. Ein Mangel an Autonomiegewährung durch die Eltern scheint mit der Entwicklung von Angstsymptomen bei Kindern in Zusammenhang zu stehen. Sowohl elterliche Depression als auch Erziehungsverhalten zeigen zudem indirekte Effekte auf kindliche Ergebnisse über kindliche Variablen wie Bindung und Temperament.