Auch die Wahlen zum Europäischen Parlament 2024 fanden im Kontext erstarkender populistischer Parteien statt. In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung werden dabei allen voran negative Konsequenzen für die Demokratiequalität untersucht und herausgestellt. Ein anderer, auch aus demokratietheoretischer Sicht wichtiger, möglicher mobilisierungsfördernder Effekt von populistischen Parteien erfährt dabei weniger Aufmerksamkeit. Die vorliegenden Analysen geben einen Hinweis darauf, dass die durchschnittliche Wahlbeteiligung in EU-Ländern mit populistischen Parteien in der Opposition etwas höher ist als in Ländern mit populistischen Parteien in der Regierung. Eine Gegenmobilisierung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Analyse zeigt, dass keine „Entzauberung“ von populistischen Parteien in der Regierung stattfindet. Gleichzeitig findet man keine klaren Muster – weder bei der ideologischen Ausrichtung der Parteien noch nach der Stellung im System. Die Analyse zeigt weiterhin Einflüsse bei der Mobilisierung zur EU-Wahl 2024 im Zusammenhang mit dem SOE-Modell, dem EU-issue-voting-Ansatz und makro-ökonomischen Erklärungsfaktoren. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass die Analyse der Wahlbeteiligung und der Nichtwahl noch immer große Lücken aufweist, die es weiterhin zu schließen gilt.

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Retten populistische Parteien die EU-Wahlbeteiligung?

  • Ruth Berkowitz,
  • Liesa Döpcke

摘要

Auch die Wahlen zum Europäischen Parlament 2024 fanden im Kontext erstarkender populistischer Parteien statt. In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung werden dabei allen voran negative Konsequenzen für die Demokratiequalität untersucht und herausgestellt. Ein anderer, auch aus demokratietheoretischer Sicht wichtiger, möglicher mobilisierungsfördernder Effekt von populistischen Parteien erfährt dabei weniger Aufmerksamkeit. Die vorliegenden Analysen geben einen Hinweis darauf, dass die durchschnittliche Wahlbeteiligung in EU-Ländern mit populistischen Parteien in der Opposition etwas höher ist als in Ländern mit populistischen Parteien in der Regierung. Eine Gegenmobilisierung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Analyse zeigt, dass keine „Entzauberung“ von populistischen Parteien in der Regierung stattfindet. Gleichzeitig findet man keine klaren Muster – weder bei der ideologischen Ausrichtung der Parteien noch nach der Stellung im System. Die Analyse zeigt weiterhin Einflüsse bei der Mobilisierung zur EU-Wahl 2024 im Zusammenhang mit dem SOE-Modell, dem EU-issue-voting-Ansatz und makro-ökonomischen Erklärungsfaktoren. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass die Analyse der Wahlbeteiligung und der Nichtwahl noch immer große Lücken aufweist, die es weiterhin zu schließen gilt.