Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung der Europäischen Union in den nationalen Wahlkampagnen in Polen und den Niederlanden im zweiten Halbjahr 2023, also im Vorfeld der Wahlen zum 10. Europäischen Parlament im Juni 2024. Die Frage, wie die politischen Parteien EU-Themen in ihre nationalen Kampagnen integrieren, ist vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Europäisierung nationaler Politik interessant. Diese Studie analysiert die Wahlprogramme, Beiträge in Fernsehdebatten und Instagram-Posts von 13 Parteien, die sowohl an nationalen als auch an EP-Wahlen teilnehmen. Dabei liegt der Fokus auf den Themen Klimaschutz, Migration und Verteidigung. Insgesamt wurden 38 EU-bezogene Erwähnungen identifiziert – 26 aus niederländischen Kampagnen und 12 aus polnischen Kampagnen. Bemerkenswert ist, dass 21 % dieser Erwähnungen die EU-Politik ausdrücklich kritisieren, während die meisten Erwähnungen entweder positiv oder neutral sind. Trotz des bedeutenden Einflusses der EU bleibt ihr Stellenwert in den nationalen Kampagnen also gering und unterscheidet sich zwischen den Mitgliedstaaten. Die Parteien nutzen sozialen Medien unzureichend und verpassen es so, jüngere Bevölkerungsgruppen zu erreichen und für die EU zu sensibilisieren. Diese Unterrepräsentation kann sich auf die Dynamik nach den Wahlen und die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament auswirken und möglicherweise die Unterstützung der Wähler für wichtige EU-Initiativen untergraben. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, EU-Angelegenheiten im nationalen politischen Diskurs stärker zu berücksichtigen.

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EU im Flüsterton: Die Bedeutung der EU bei nationalen Wahlen im Vorfeld der Europawahl 2024

  • Mahmoud Javadi

摘要

Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung der Europäischen Union in den nationalen Wahlkampagnen in Polen und den Niederlanden im zweiten Halbjahr 2023, also im Vorfeld der Wahlen zum 10. Europäischen Parlament im Juni 2024. Die Frage, wie die politischen Parteien EU-Themen in ihre nationalen Kampagnen integrieren, ist vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Europäisierung nationaler Politik interessant. Diese Studie analysiert die Wahlprogramme, Beiträge in Fernsehdebatten und Instagram-Posts von 13 Parteien, die sowohl an nationalen als auch an EP-Wahlen teilnehmen. Dabei liegt der Fokus auf den Themen Klimaschutz, Migration und Verteidigung. Insgesamt wurden 38 EU-bezogene Erwähnungen identifiziert – 26 aus niederländischen Kampagnen und 12 aus polnischen Kampagnen. Bemerkenswert ist, dass 21 % dieser Erwähnungen die EU-Politik ausdrücklich kritisieren, während die meisten Erwähnungen entweder positiv oder neutral sind. Trotz des bedeutenden Einflusses der EU bleibt ihr Stellenwert in den nationalen Kampagnen also gering und unterscheidet sich zwischen den Mitgliedstaaten. Die Parteien nutzen sozialen Medien unzureichend und verpassen es so, jüngere Bevölkerungsgruppen zu erreichen und für die EU zu sensibilisieren. Diese Unterrepräsentation kann sich auf die Dynamik nach den Wahlen und die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament auswirken und möglicherweise die Unterstützung der Wähler für wichtige EU-Initiativen untergraben. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, EU-Angelegenheiten im nationalen politischen Diskurs stärker zu berücksichtigen.