Die Macht der „vierten Staatsgewalt“: Inwieweit hat die regionale Presseberichterstattung die regionale Wahlbeteiligung bei den Europawahlen 2024 beeinflusst?
摘要
Die Presse ist aufgrund ihrer Bedeutung für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des demokratischen Staates in den westlichen Ländern als „vierte Staatsgewalt“ bekannt geworden. Von der Demokratietheorie als wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden demokratischen Staates verteidigt, besteht eine der Hauptaufgaben der Presse darin, die Bürger:innen über die Entwicklungen in dem Land, in dem sie leben, zu informieren. Dennoch hat die Medienforschung Beweise dafür gefunden, dass die Presse nicht nur die Art und Weise beeinflusst, wie die Menschen über bestimmte Themen denken, sondern auch die eigene Meinungsbildung der Bürger:innen. In Anbetracht ihrer Bedeutung und der Tatsache, dass verschiedene politische und wirtschaftliche Akteure versucht haben, die Medien zu beeinflussen oder zu kontrollieren, war die Presseberichterstattung Gegenstand verschiedener Studien. Das vorliegende Kapitel befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen der regionalen Presseberichterstattung zu den Europawahlen 2024 und der Wahlbeteiligung in verschiedenen Regionen der Europäischen Union. Die Studie konzentriert sich auf die Bedeutung der digitalen regionalen Presseberichterstattung bei den diesjährigen Wahlen und versucht festzustellen, ob die Aufmerksamkeit, die die regionalen Medienakteure den Wahlen schenkten, und ihre mangelnde Objektivität Auswirkungen auf die regionale Wahlbeteiligung hatten. Um diese Beziehung zu bewerten, stützt sich die Studie auf eine quantitative Analyse der Schlagzeilen, die von regionalen digitalen Medien einen Monat vor dem ersten Wahltag in den untersuchten Regionen veröffentlicht wurden. Die Analyse liefert Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen regionalen Medien und der Wahlbeteiligung bei den Europawahlen.