Angesichts der Absenkung des Wahlalters auf 16 bei der Europawahl 2024 beschäftigt sich dieser Beitrag mit der Frage, wie junge Wählerinnen und Wähler ihr Wahlrecht genutzt haben. Entlang der drei Dimensionen Mobilisierung, Politisierung und Repräsentation analysieren die Autor*innen das Wahlverhalten junger Menschen in den vier Mitgliedstaaten, in denen bereits ab 16 Jahren gewählt werden durfte. Entgegen der Erwartungen, dass ein jüngeres Wahlalter dazu beiträgt, Erstwähler*innen zu mobilisieren, politisch zu sozialisieren und eine kritische Repräsentationslücke zu schließen, finden die Autor*innen höchstens marginale Mobilisierungseffekte von Erstwähler*innen bei der Europawahl 2024. Das heterogene Wahlverhalten junger Menschen deutet zwar einerseits auf eine gewisse Politisierung hin, hinterfragt jedoch zugleich auch die Plausibilität einer verbesserten substantiellen Repräsentation von „Jugendinteressen“ durch den Einbezug junger Menschen in die Wählerschaft. Dennoch kann das Wahlalter 16 zu einer kurzfristigen Politisierung junger Menschen beitragen und wird als symbolpolitische Maßnahme im Sinne einer Anerkennung als vollwertige Bürger*innen von den betroffenen Erstwählerinnen und -wählern begrüßt.

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Wahlalter 16: Einstellungen und Wahlverhalten junger Menschen bei der Europawahl 2024

  • Maura Kratz,
  • Stephan Lutzenberger

摘要

Angesichts der Absenkung des Wahlalters auf 16 bei der Europawahl 2024 beschäftigt sich dieser Beitrag mit der Frage, wie junge Wählerinnen und Wähler ihr Wahlrecht genutzt haben. Entlang der drei Dimensionen Mobilisierung, Politisierung und Repräsentation analysieren die Autor*innen das Wahlverhalten junger Menschen in den vier Mitgliedstaaten, in denen bereits ab 16 Jahren gewählt werden durfte. Entgegen der Erwartungen, dass ein jüngeres Wahlalter dazu beiträgt, Erstwähler*innen zu mobilisieren, politisch zu sozialisieren und eine kritische Repräsentationslücke zu schließen, finden die Autor*innen höchstens marginale Mobilisierungseffekte von Erstwähler*innen bei der Europawahl 2024. Das heterogene Wahlverhalten junger Menschen deutet zwar einerseits auf eine gewisse Politisierung hin, hinterfragt jedoch zugleich auch die Plausibilität einer verbesserten substantiellen Repräsentation von „Jugendinteressen“ durch den Einbezug junger Menschen in die Wählerschaft. Dennoch kann das Wahlalter 16 zu einer kurzfristigen Politisierung junger Menschen beitragen und wird als symbolpolitische Maßnahme im Sinne einer Anerkennung als vollwertige Bürger*innen von den betroffenen Erstwählerinnen und -wählern begrüßt.