Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram ermöglichen es politischen Akteuren, Nutzerinnen und Nutzer mit digitaler politischer Werbung anzusprechen, die auf der algorithmischen Analyse umfangreicher Nutzerdaten basiert. In diesem Kapitel wird erstmals analysiert, wie Parteien aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten digitale politische Werbung während des Wahlkampfs zum Europäischen Parlament 2024 eingesetzt haben und wie sich diese Strategie im Vergleich zum Wahlkampf 2019 entwickelt hat. Wir analysieren die Anzahl, Ausgaben und Reichweite von politischen Anzeigen, die von Parteien aus allen EU-Mitgliedstaaten (N = 272) in den acht Wochen vor den Europawahlen 2019 und 2024 auf Facebook und Instagram platziert wurden. Unsere Ergebnisse legen deutliche Länderunterschiede mit verschiedenen Strategien bei der Anzahl und den Ausgaben für politische Anzeigen offen. Wir zeigen, dass Parteien aus den Mitgliedstaaten für den gleichen Geldbetrag unterschiedlich viele Menschen erreichen und dass höhere Ausgaben für Anzeigen nicht zwangsläufig eine höhere Sichtbarkeit garantieren. Seit der Wahl 2019 ist in fast allen Ländern eine Intensivierung der digitalen politischen Werbung zu beobachten, allerdings auch deutliche strategische Anpassungen bei Anzahl und Ausgaben sowie unterschiedliche Entwicklungen der Reichweite im Verhältnis zu den Ausgaben. Die Ergebnisse zu den Unterschieden im Einsatz und der Reichweite digitaler politischer Werbung tragen zur Debatte über unfaire Bedingungen bei der Nutzung von algorithmengetriebenen Social-Media-Plattformen bei demokratischen Wahlen bei.

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Digitale politische Werbung bei Wahlen zum Europäischen Parlament: Ausgaben und Reichweite von Social-Media-Anzeigen politischer Parteien in 27 EU-Ländern

  • Hanna Paulke,
  • Simon Kruschinski

摘要

Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram ermöglichen es politischen Akteuren, Nutzerinnen und Nutzer mit digitaler politischer Werbung anzusprechen, die auf der algorithmischen Analyse umfangreicher Nutzerdaten basiert. In diesem Kapitel wird erstmals analysiert, wie Parteien aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten digitale politische Werbung während des Wahlkampfs zum Europäischen Parlament 2024 eingesetzt haben und wie sich diese Strategie im Vergleich zum Wahlkampf 2019 entwickelt hat. Wir analysieren die Anzahl, Ausgaben und Reichweite von politischen Anzeigen, die von Parteien aus allen EU-Mitgliedstaaten (N = 272) in den acht Wochen vor den Europawahlen 2019 und 2024 auf Facebook und Instagram platziert wurden. Unsere Ergebnisse legen deutliche Länderunterschiede mit verschiedenen Strategien bei der Anzahl und den Ausgaben für politische Anzeigen offen. Wir zeigen, dass Parteien aus den Mitgliedstaaten für den gleichen Geldbetrag unterschiedlich viele Menschen erreichen und dass höhere Ausgaben für Anzeigen nicht zwangsläufig eine höhere Sichtbarkeit garantieren. Seit der Wahl 2019 ist in fast allen Ländern eine Intensivierung der digitalen politischen Werbung zu beobachten, allerdings auch deutliche strategische Anpassungen bei Anzahl und Ausgaben sowie unterschiedliche Entwicklungen der Reichweite im Verhältnis zu den Ausgaben. Die Ergebnisse zu den Unterschieden im Einsatz und der Reichweite digitaler politischer Werbung tragen zur Debatte über unfaire Bedingungen bei der Nutzung von algorithmengetriebenen Social-Media-Plattformen bei demokratischen Wahlen bei.